EVN: 46 Millionen für Speicher in Theiß
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 10:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der niederösterreichische Energieversorger EVN treibt seine Infrastrukturprojekte mit Nachdruck voran. Während das Unternehmen massiv in die Modernisierung der Wasserversorgung und neue Speichertechnologien investiert, zeigten sich die Notierungen zuletzt volatil.
Am gestrigen Montag gab das Papier im Einklang mit einem allgemein schwächeren Marktumfeld nach und markierte einen Schlusskurs von 28,35 Euro. Anleger blicken nun gespannt auf die für den laufenden Monat August erwartete Veröffentlichung des Berichts zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26.
Ausbau der Speicher-Infrastruktur im In- und Ausland
Ein zentraler Pfeiler der aktuellen Strategie ist der massive Ausbau der Batteriespeicher-Kapazitäten. Medienberichten zufolge bildet der Bau des österreichweit größten Speichers am Standort Theiß das Herzstück dieser Offensive.
Die Anlage soll über eine Leistung von 70 Megawatt sowie eine Kapazität von 140 Megawattstunden verfügen. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt beläuft sich auf rund 46 Millionen Euro, wobei die Inbetriebnahme für das dritte Quartal 2027 geplant ist.
Parallel dazu erweitert EVN sein Engagement über die Landesgrenzen hinaus. Am 29. Juli wurde der landesweit größte Batteriespeicher in Probishtip, Nordmazedonien, in Betrieb genommen.
Die Anlage leistet aktuell 10 Megawatt bei einer Kapazität von 20 Megawattstunden, wobei eine Verdopplung der Kapazität auf 40 Megawattstunden bereits vorbereitet wird. Zur Optimierung der Lastspitzen im Stromnetz integriert der Konzern zudem die Steuerungs-Software des übernommenen Start-ups CyberGrid.
Wasserversorgung und strategische Beteiligungen
Neben dem Energiesektor stehen Milliardeninvestitionen in die Wasserinfrastruktur im Fokus. Das Unternehmen setzt verstärkt auf den Ausbau von Naturfilteranlagen, um den Härtegrad des Trinkwassers ohne den Einsatz chemischer Zusätze zu reduzieren.
Ein konkreter Fortschritt in der regionalen Versorgungssicherheit gelang am 5. August mit dem Anschluss der Katastralgemeinde Gschwendt an die neue Waldviertel-Wasserleitung durch die Tochtergesellschaft EVN Wasser.
Flankiert wird das operative Geschäft durch wertvolle Beteiligungen. Da die EVN mit 25,78 % an der Verbund AG beteiligt ist, haben deren Ende Juli vorgelegte Halbjahresergebnisse direkten Einfluss auf das Finanzergebnis des Konzerns. In einer Analyse des Staatsvermögens hob die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) die Beteiligung an der EVN am 31. Juli als wesentlichen Pfeiler für die heimische Infrastruktur-Rendite hervor.
Trotz der jüngsten Kursschwankungen notiert die Aktie aktuell bei 28,30 Euro. Damit weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung von 4,62 % auf. Die kommenden Quartalszahlen dürften nun Aufschluss darüber geben, wie sich die hohen Investitionsausgaben kurzfristig auf die Bilanz des Versorgers auswirken.
Zudem wird der Markt beobachten, inwieweit die volatilen Energiepreise und die Ergebnisse der Beteiligungsgesellschaften das operative Ergebnis im dritten Quartal beeinflusst haben.
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