Evonik Aktie: BASF macht konkreten Vorschlag
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aus Spekulation wird offenbar ein handfestes Angebot: BASF hat Evonik und dessen Großaktionär RAG-Stiftung einem Zusammenschluss vorgeschlagen. Die Nachricht schickt die Evonik-Aktie auf den höchsten Stand seit Mai 2025 — und liefert der Übernahmefantasie der vergangenen Tage plötzlich handfeste Substanz.
Am Freitag springt der Kurs zeitweise um rund 11 Prozent auf gut 20 Euro. BASF-Aktien geben im Gegenzug rund 3 Prozent nach und rutschen an ihre 100-Tage-Linie. Bereits am Dienstag hatte das Fachmagazin "Dealreporter" über Interesse der Ludwigshafener an Evonik berichtet, seither zog der Kurs sukzessive an.
Was hinter dem Vorstoß steckt
BASF soll bereits seit Jahresbeginn mit Banken über eine mögliche Übernahme gesprochen haben. Die Ludwigshafener wollen mit dem Zusammenschluss ihren globalen Fußabdruck vertiefen und das Portfolio im Spezialchemie-Geschäft stärken — in einem Branchenumfeld, das beiden Konzernen zuletzt zu schaffen machte.
Die Dimensionen des möglichen Deals sind beachtlich. Evonik bringt an der Börse rund 8,4 Milliarden Euro auf die Waage, inklusive Nettoverschuldung liegt der Unternehmenswert bei etwa zwölf Milliarden Euro. BASF selbst kommt auf einen Marktwert von rund 47 Milliarden Euro. Gemeinsam würden beide Konzerne einen Umsatz von 74 Milliarden Euro stemmen.
Entscheidend wird die Haltung der RAG-Stiftung. Sie hält rund 44 Prozent der Evonik-Aktien und damit den Schlüssel zu jedem Deal. BASF muss die Stiftung und das Evonik-Management nicht nur mit einem attraktiven Preis überzeugen, sondern auch mit dem strategischen Nutzen des Zusammenschlusses.
Für BASF winken durch Evonik ein gestärktes Spezialchemikalien-Geschäft sowie mehr Präsenz in Asien und den USA. Überschneidungen vor allem in Deutschland versprechen zusätzliches Einsparpotenzial. Die Integration dürfte allerdings komplex werden, und Wettbewerbshüter dürften einen solchen Zusammenschluss genau unter die Lupe nehmen.
BASF steckt zudem selbst mitten im Konzernumbau — der Verkauf der Lackgeschäft-Mehrheit und der geplante Börsengang der Agrarsparte könnten aber genau den finanziellen Spielraum schaffen, den ein Angebot für Evonik erfordern würde.
Ob BASF tatsächlich ein konkretes Übernahmeangebot vorlegt, ist offen. Der Markt preist mit dem kräftigen Kurssprung bereits eine mögliche Prämie ein — die Entscheidung liegt nun bei RAG-Stiftung und Evonik-Management.
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