Evotec Aktie: Berenberg bleibt trotz starker Eckdaten bei Halten
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 06:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deÜberraschend starke Eckdaten reichen bei Evotec noch nicht für eine Kaufempfehlung von Berenberg. Für Anleger liegt darin die zentrale Einschränkung: Die bessere Geschäftsentwicklung ist ein positives Signal, beseitigt aber nicht die in der Jahresplanung ausgewiesenen Verluste.
Berenberg würdigt die operative Entwicklung
Berenberg-Analyst Christian Ehmann bezeichnete die Eckdaten zum dritten Quartal als überraschend stark. Nach seinem Urteil lieferte das Geschäft mit Wirkstoffforschung und präklinischer Entwicklung Rückenwind. Die unveränderte Halteempfehlung zeigt zugleich, dass die positive Überraschung seine grundsätzliche Bewertung der Aktie nicht verändert hat.
Nach Unternehmensangaben übertrafen beide Kennzahlen die Markterwartungen.
Damit stehen zwei unterschiedliche Aussagen nebeneinander: Das Geschäft entwickelte sich besser als erwartet, blieb auf Ebene des bereinigten operativen Ergebnisses aber defizitär. Eine positive Abweichung von Erwartungen ist deshalb nicht mit dem Erreichen der Gewinnzone gleichzusetzen.
Jahresplanung begrenzt die Zuversicht
Die ebenfalls vor rund zwei Wochen bestätigte Jahresprognose 2026 sieht einen Konzernumsatz von rund 570 bis 610 Mio. Euro vor. Evotec hob die Planung trotz der besseren Eckdaten nicht an.
Die Bestätigung ist für die Einordnung entscheidend. Aus der positiven Überraschung lässt sich keine vom Unternehmen angehobene Jahreserwartung ableiten.
Für das bereinigte Konzern-EBITDA erwartet Evotec rund minus 70 bis minus 105 Mio. Euro. Die Prognose sieht damit weiterhin einen operativen Verlust auf bereinigter Basis vor.
Evotec unterscheidet in seiner Planung zudem zwischen berichteten Werten und Werten zu konstanten Wechselkursen. Diese Bezugsgrößen sollten Anleger bei der Bewertung der Zielspannen auseinanderhalten.
Zu konstanten Wechselkursen nennt das Unternehmen einen Umsatz von 595 bis 635 Mio. Euro. Auch diese Spanne gehört zur bestätigten Planung und ist kein bereits erzieltes Ergebnis.
Der Unterschied zwischen vorläufigen Geschäftszahlen und Jahreserwartungen bleibt damit wesentlich. Die besseren Eckdaten liefern einen positiven Zwischenstand, ersetzen aber nicht die ausstehende Berichterstattung.
Quartalsmitteilung liefert den nächsten Prüfstein
Beim bereinigten Konzern-EBITDA zu konstanten Wechselkursen lautet die Prognose minus 60 bis minus 90 Mio. Euro. Die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal und zu den ersten neun Monaten soll am 5. November erscheinen.
Für Anleger kommt es dann auf die Einordnung der vorläufigen Zahlen an. Im Mittelpunkt steht, wie sich die von Berenberg hervorgehobene Stärke im Forschungsgeschäft zum weiterhin negativen Ergebnisbild verhält. Bis dahin sprechen die Eckdaten für eine bessere Entwicklung als erwartet – nicht für eine bereits vollzogene Ergebniswende.
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