Evotec Aktie: JST-018 startet Phase-1-Studie
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 12:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Führung des Wirkstoffforschers Evotec bemüht sich um eine Neubewertung am Kapitalmarkt. Auf der Morgan Stanley Global Healthcare Conference stellte Finanzchefin Claire Hinshelwood das Geschäftsmodell des Unternehmens heraus.
Nach ihrer Einschätzung liegt die zentrale Hürde für den Konzern derzeit nicht in der wissenschaftlichen Substanz oder dem operativen Ansatz, sondern im Verständnis der Investoren für das Zusammenspiel aus Forschungsdienstleistungen, Biologika und Partnerschaften.
Zugleich äußerte sich die Managerin gestern zuversichtlich über die fundamentale Entwicklung. Wichtige geschäftliche Indikatoren bewegten sich in die richtige Richtung und sollten sich mittelfristig in Umsatzerlösen niederschlagen. Der Druck auf das Management bleibt dennoch spürbar: Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 2,90 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 47 Prozent.
Sparprogramm liegt im Plan
Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht das unternehmensinterne Transformationsprogramm mit dem Namen „Horizon“. Laut Hinshelwood verlaufen die Sparmaßnahmen nach Plan, während sich die Pipeline an anstehenden Geschäftsabschlüssen weiterhin robust darstelle. Nach den operativen Rückschlägen der Vormonate soll das Programm die Kostenbasis nachhaltig senken und die Profitabilität wiederherstellen.
Dass Einsparungen notwendig sind, zeigten die Halbjahreszahlen für 2026. In den ersten sechs Monaten sank der Umsatz im Jahresvergleich um 19,2 Prozent auf 300,1 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA belief sich auf minus 42,7 Millionen Euro, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum ein Fehlbetrag von 1,9 Millionen Euro angefallen war.
Das Management rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit Erlösen zwischen 570 und 610 Millionen Euro sowie einem bereinigten operativen Verlust von 70 bis 105 Millionen Euro.
Fortschritte im Biologika-Geschäft
Trotz der finanziellen Belastungen meldet die operative Forschung Fortschritte. Die Tochter Just-Evotec Biologics startete Anfang September eine klinische Phase-1-Studie für den Antikörper-Cocktail JST-018 gegen Orthopoxviren.
Das Projekt wird im Rahmen des Accelerated Antibodies Program des U.S. Department of War vorangetrieben.
Die Entwicklung des Wirkstoffkandidaten deckte von der Sequenzauswahl über die Prozessentwicklung bis hin zur cGMP-Herstellung die gesamte Kette in der J.POD-Anlage in Redmond ab.
Ergänzend dazu gab das Unternehmen vor rund zwei Wochen eine Forschungskooperation mit Plectonic Biotech zur Validierung der konzerneigenen BiTco-Plattform für solide Tumoren bekannt, seither verlor der Titel 12,0 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 498,97 Millionen Euro steht Evotec vor der Aufgabe, die in Aussicht gestellten Pipeline-Abschlüsse zeitnah in zählbare Erträge zu überführen.
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