Exor Aktie: Rückkauf startet trotz Verlust
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Exor macht Ernst: Der Holdingkonzern der Familie Agnelli beginnt heute mit der Umsetzung seines Aktienrückkaufprogramms über bis zu 500 Millionen Euro. Die erste Tranche im Volumen von bis zu 125 Millionen Euro soll bis Ende November abgeschlossen sein. Bemerkenswert: Der Startschuss fällt in eine Phase, in der die Halbjahreszahlen alles andere als glänzend ausfielen.
Verlust weitet sich aus, Dividenden sprudeln
Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte Exor einen Verlust von 1,122 Milliarden Euro — deutlich mehr als die 624 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum. Der Verlust je Aktie stieg auf 5,54 Euro, nach 3,00 Euro im Vergleichszeitraum 2025. Hauptgrund war eine negative Neubewertung des Beteiligungsportfolios von fast zwei Milliarden Euro.
Positiv sticht dagegen die Dividendeneinnahme heraus: Sie kletterte auf 907 Millionen Euro, nach 700 Millionen Euro im Vorjahr. Auch das Finanzergebnis legte leicht zu. Der Nettoinventarwert je Aktie sank im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent — während der MSCI-World-Index im selben Zeitraum um 11,8 Prozent zulegte. Diese Lücke dürfte hinter der Entscheidung für den Rückkauf stehen.
Portfolio wird schlanker
Parallel zu den Zahlen trieb Exor seine Portfoliobereinigung voran. Iveco Group verkaufte sein Verteidigungsgeschäft an Leonardo, während Tata Motors sein Übernahmeangebot für Iveco Group vorlegt — der Abschluss wird für November 2026 erwartet. Exor selbst zog sich zudem aus GEDI, Lifenet und NUO zurück und einigte sich auf den Verkauf seiner Beteiligung an Welltec.
Der Welltec-Deal soll einen Kapitalrückfluss mit einem Multiple von rund 2,4 erzielen und Exors verfügbare Liquidität auf etwa vier Milliarden Euro heben. CEO John Elkann begründete den Rückkauf damit, dass die Aktie weiterhin mit einem deutlichen Abschlag zum Nettoinventarwert handle und der innere Wert des Portfolios nicht angemessen widergespiegelt werde.
Rechtlich abgesichert ist das Programm durch die auf der Hauptversammlung vom 20. Mai 2026 erteilte Ermächtigung, die bis zum 20. November 2027 gilt. Die erste Tranche läuft über ein Finanzinstitut nach den Safe-Harbour-Regeln der Marktmissbrauchsverordnung, wodurch Käufe auch während geschlossener Handelsperioden möglich sind. Aktuell hält Exor 5.038.376 eigene Aktien im Bestand — wöchentliche Updates zum Fortschritt sind angekündigt.
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