ExxonMobil Aktie: Neue Milliarden-Pipeline im Permian
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ExxonMobil baut sein Geschäft im Permian Basin weiter aus – diesmal über einen Partner. Targa Resources hat mit Tochtergesellschaften des Ölkonzerns neue 20-Jahres-Vereinbarungen für Gasgathering, -verarbeitung und nachgelagerte Dienstleistungen geschlossen. Die Laufzeit reicht bis 2046 und umfasst neue Flächenzusagen im Permian Delaware und im Midland Basin.
Drei neue Anlagen, eine neue Pipeline
Targa kündigte im Zuge der Vereinbarungen drei neue Erdgasverarbeitungsanlagen im Permian Delaware an – Wrangler, Ranger und Ranger II – mit einer gemeinsamen Kapazität von etwa 825 Millionen Kubikfuß pro Tag. Sie sollen in der ersten Hälfte 2028 den Betrieb aufnehmen. Hinzu kommt eine rund 113 Kilometer lange Pipeline namens Bull Run II, die zusätzliche Abtransportkapazität zum Waha Hub schaffen soll und ebenfalls für die erste Jahreshälfte 2028 geplant ist.
Targa prüft darüber hinaus bis zu fünf weitere Verarbeitungsanlagen im Permian Delaware sowie eine zusätzliche Fraktionierungslinie in Mont Belvieu. Für 2026 hob das Unternehmen seine Wachstumsinvestitionen auf rund 5 Milliarden Dollar an – ein deutliches Signal für die Dynamik in der Region.
Politischer Druck auf Raffineriekapazitäten
Parallel zur Infrastruktur-Nachricht rückt die Politik den Sektor erneut in den Blick. US-Energieminister Chris Wright kündigte bei einem Besuch einer ExxonMobil-Bohrstelle in Midland, Texas, an, dass Washington in den kommenden Tagen Maßnahmen vorstellen will, um Raffinerien zu einer höheren Kraftstoffproduktion zu bewegen.
Hintergrund sind die hartnäckig hohen Benzinpreise in den USA, die im Zuge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran deutlich gestiegen sind – laut Marktbeobachtern liegt der Durchschnittspreis für Normalbenzin derzeit bei über vier Dollar je Gallone, fast 30 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die US-Raffinerien laufen laut Wright bereits auf Rekordniveau, während Anlagen im Nahen Osten gedrosselt seien. Das politische Umfeld bleibt damit ein Faktor, der die Marge der Öl- und Gasbranche indirekt beeinflusst – auch wenn ExxonMobil selbst hier nur als Schauplatz der Aussagen diente, nicht als handelnder Akteur.
Die Aktie schloss zuletzt bei 161,46 Dollar, ein Plus von 0,85 Prozent. Im nachbörslichen Handel notierte sie mit 162,42 Dollar noch etwas höher. Die langfristigen Verträge mit Targa unterstreichen, wie stark der Konzern weiterhin auf den Ausbau seiner Fördertätigkeit im Permian Basin setzt – die Infrastruktur dafür soll bis 2028 stehen.
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