Eyepoint, Pharmaceuticals

Eyepoint Pharmaceuticals Aktie: Streicht AMD-Studien nach LUCIA-Fehlschlag

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 04:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwei gescheiterten AMD-Studien richtet EyePoint DURAVYU auf DME aus; Jefferies senkt das Kursziel auf einen US-Dollar.
Abstrakte Darstellung eines medizinischen Forschungslabors mit Fokus auf klinische Studien und pharmazeutische Entwicklung. Illustration mit AI erstellt.

EyePoint Pharmaceuticals zieht nach dem zweiten Studienrückschlag bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration die Konsequenzen: Rund 53 % der Stellen sollen wegfallen. Gestern kündigte das Unternehmen an, die beiden zulassungsrelevanten AMD-Studien vorzeitig zu beenden und DURAVYU vorrangig bei diabetischem Makulaödem weiterzuentwickeln. Auslöser ist das verfehlte Hauptziel der Studie LUCIA.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Entwicklung. Für Anleger stehen nun die Umsetzung des Sparprogramms und die Erfolgsaussichten in der anderen Indikation im Mittelpunkt. Die Aktie reagierte gestern mit einem massiven Einbruch auf die Nachrichten.

Sehverbesserung reicht für Studienziel nicht aus

In LUCIA verfehlte DURAVYU den primären Nachweis der Nichtunterlegenheit gegenüber Aflibercept bei der bestkorrigierten Sehschärfe. Der vorläufige mittlere Zuwachs betrug mit DURAVYU 2,5 Buchstaben gegenüber 6,1 Buchstaben unter Aflibercept. EyePoint bezifferte die Differenz auf minus 3,7 Buchstaben.

Die Sehverbesserung allein genügte somit nicht für einen Studienerfolg. Auch die Schwesterstudie LUGANO verfehlte im vollständigen Datensatz ihren primären Endpunkt. EyePoint will weitere Auswertungen der LUCIA-Ergebnisse und der zusammengeführten Studiendaten vornehmen.

LUCIA umfasste 475 Patienten. Bei den sekundären Ergebnissen meldete EyePoint eine um 38 % geringere Behandlungslast gegenüber dem Aflibercept-Kontrollschema.

Dieser Vorteil ändert nichts am verfehlten Hauptziel. Er zeigt allerdings, weshalb das Unternehmen die Ergebnisse trotz des Rückschlags weiter untersuchen will: Die geringere Zahl zusätzlicher Behandlungen war ein positiver Befund.

Bis Woche 56 benötigten 52 % der mit DURAVYU behandelten Augen keine Zusatzinjektion. Bei 71 % blieb es bei keiner oder einer zusätzlichen Injektion.

Stellenabbau soll Mittelverbrauch senken

EyePoint will beide AMD-Studien vor Abschluss ihres zweiten Jahres beenden. Parallel dazu soll der Personalabbau die Kostenbasis deutlich reduzieren. Das Unternehmen erwartet jährliche Einsparungen von rund 30 Mio. US-Dollar. Dem stehen geschätzte einmalige Abfindungs- und Trennungskosten von rund 9 Mio. US-Dollar gegenüber.

Die Restrukturierung verursacht damit zunächst zusätzliche Ausgaben, bevor die erwarteten Einsparungen vollständig greifen können. Die Kürzungen sind Teil der angekündigten Verlagerung von Ressourcen auf das DME-Programm.

Der Großteil des Stellenabbaus ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Abschließen will EyePoint die Maßnahmen im ersten Halbjahr 2027.

Für Anleger kommt es deshalb nicht nur auf die angekündigte Einsparsumme an. Entscheidend ist auch, wie schnell EyePoint die Kosten tatsächlich senkt und die verbleibenden Mittel auf die priorisierte Entwicklung konzentriert.

Zum 30. September bezifferte das Unternehmen seine geschätzten Barmittel, Zahlungsmitteläquivalente und kurzfristigen Anlagen auf rund 118 Mio. US-Dollar.

DME-Daten werden zum nächsten Prüfstein

Die neue Priorität liegt auf DURAVYU gegen diabetisches Makulaödem. Die beiden Phase-III-Studien COMO und CAPRI umfassen insgesamt 551 Patienten. Erste Hauptergebnisse erwartet EyePoint für das vierte Quartal 2027.

Der Strategiewechsel ist damit noch kein klinischer Erfolgsnachweis. Er verlagert den entscheidenden Prüfstein auf ein anderes Anwendungsgebiet. Die geplanten Einsparungen sollen diese Neuausrichtung unterstützen.

Jefferies reagierte gestern mit einer Herabstufung von Kaufen auf Halten. Das Analysehaus senkte sein Kursziel von 8 auf 1 US-Dollar.

Die Neubewertung unterstreicht die Tragweite des erneuten Fehlschlags. Positive sekundäre Studienergebnisse konnten den fehlenden Wirksamkeitsnachweis beim Hauptziel nicht ausgleichen. Für EyePoint bilden nun die Umsetzung der Restrukturierung und die ausstehenden DME-Ergebnisse die zentralen Maßstäbe für den weiteren Entwicklungsweg.

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