FDJ United Aktie: Prognose gesenkt
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deWeniger Jackpots, mehr Steuern, schwächere Laufkundschaft: FDJ United hat nach neun Monaten seine Ziele für 2026 gekappt. Der französische Lotterie- und Wettkonzern erwartet nun einen Rückgang bei Bruttospielertrag und Umsatz. Die Marge will das Management dennoch halten.
Jackpot-Flaute und Steuerlast
Der Bruttospielertrag (GGR) sank in den ersten neun Monaten um 2,8 Prozent auf 6,264 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel um 5,6 Prozent auf 2,576 Milliarden Euro. Die Lücke erklärt sich vor allem durch höhere Spielsteuern in Frankreich, Rumänien, den Niederlanden und Großbritannien. Sie belasteten den Konzern bisher mit 62 Millionen Euro, im Gesamtjahr sollen es mehr als 70 Millionen werden.
Hinzu kommt ein ungewöhnlich schwacher EuroMillions-Zyklus. Bis Ende September gab es nur zwölf Ziehungen mit Jackpots über 130 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 27. Über 200 Millionen Euro lag 2026 nur ein einziger Jackpot, 2025 waren es zwölf. Die Ziehungsspiele verloren dadurch gut zehn Prozent beim GGR. Rubbellose legten dagegen um 1,9 Prozent zu.
Im Einzelhandels-Sportwettgeschäft drückte zusätzlich eine hohe Auszahlungsquote von knapp 80 Prozent auf die Marge. Die Kundenfrequenz in den Verkaufsstellen sank im zweiten und dritten Quartal jeweils um rund zehn Prozent.
Online-Sparte gespalten
Der Online-Bereich meldete ein nahezu stabiles GGR (minus 0,8 Prozent), der Umsatz brach nach Steuern um 8,2 Prozent ein. Ohne Großbritannien und die Niederlande wuchs das GGR um 5,7 Prozent, getragen von Frankreich und Skandinavien. In Großbritannien lag das Minus bei 24,4 Prozent, das Geschäft bleibt laut Finanzchef Dan Lévy aber profitabel. In den Niederlanden soll sich die Lage im Schlussquartal weiter bessern.
Neue Ziele und Strategieprüfung
Für 2026 peilt FDJ United nun einen GGR-Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich an, beim Umsatz im mittleren einstelligen Bereich. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 23 Prozent liegen. An der Dividendenpolitik hält der Konzern fest: Die Ausschüttung soll weiter steigen, bei einer Quote von mindestens 75 Prozent des bereinigten Nettogewinns.
Als Gegenmittel setzt das Management auf Produkte. Im November und Dezember sind verstärkte Jackpot-Events geplant, der erste startet bei 130 Millionen Euro. Im März 2027 folgt der EuroMillions-Relaunch mit Jackpots bis 300 Millionen Euro und einer zweiten Ziehung um eine Million Euro. Loto wird im Oktober 2027 neu aufgelegt. Zudem sollen bis 2028 Einsparungen von 150 Millionen Euro greifen.
Parallel läuft eine Überprüfung der Sparte Payment and Services sowie von Teilen des Online-Geschäfts. Ergebnisse will der Konzern spätestens Anfang 2027 vorlegen. Die Jahreszahlen erscheinen am 18. Februar 2027. Dann will das Management auch die mittelfristigen Ziele aktualisieren.
Die Aktie notierte nach der Präsentation mit 1,45 Prozent im Minus knapp über dem Jahrestief.
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