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Ferrari Aktie: Sonderausstattung treibt Prognose

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 14:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ferrari steigert Gewinn trotz rückläufiger Verkaufszahlen durch teure Sonderausstattungen und hebt die Jahresprognose deutlich an.

Ferrari Aktie: Extras treiben Gewinn und Prognose nach oben
Abstrakte Darstellung eines luxuriösen Sportwagen-Interieurs mit Fokus auf hochwertige Materialien und exklusives Design. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ferrari macht vor, wie man mit Extras Kasse macht. Individualisierte Fahrzeuge und ein Trend zu teureren Modellen haben dem Sportwagenbauer im zweiten Quartal einen Gewinnsprung beschert — und der Vorstand traut sich für das Gesamtjahr noch mehr zu.

Der Nettoumsatz stieg im Quartal um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, bei konstanten Wechselkursen sogar um elf Prozent. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um neun Prozent auf 463 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie von 2,38 auf 2,62 Euro. Bemerkenswert dabei: Die Stückzahlen sanken sogar leicht auf 3.366 ausgelieferte Fahrzeuge, 128 weniger als im Vorjahresquartal.

Genau das ist der Kern der Geschichte. Ferrari verkauft weniger Autos, verdient aber mehr daran — weil Kunden für Individualisierungen und höherwertige Modelle wie den F80, den 12Cilindri oder den Purosangue tiefer in die Tasche greifen. Die operative Marge kletterte auf 31,2 Prozent, das Ebitda legte um sieben Prozent auf 755 Millionen Euro zu.

Vollgas bei der Prognose

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Ferrari nun mit einem bereinigten Ebitda von mindestens 2,97 Milliarden Euro, nach zuvor angepeilten 2,77 Milliarden Euro im Vorjahr. Das übertrifft die bisherigen Analystenschätzungen, die im Mittel genau bei diesem alten Zielwert lagen. Beim Ergebnis je Aktie hebt der Vorstand die Erwartung auf über 9,68 Euro an, bei einem Umsatz von rund 7,6 Milliarden Euro.

Konzernchef Benedetto Vigna verwies zudem auf volle Auftragsbücher — nicht nur für 2026, sondern bereits für 2027. Das dürfte die Sorgen um schwächelnde Nachfrage vorerst zerstreuen, die zuletzt auch wegen des durchwachsenen Medienechos auf das erste vollelektrische Modell Luce aufgekommen waren.

Parallel zu den Zahlen schüttete Ferrari mehr als 800 Millionen Euro an seine Aktionäre aus, davon 599 Millionen Euro als Dividende und 209 Millionen Euro über Aktienrückkäufe. Die industrielle Nettoverschuldung blieb mit 131 Millionen Euro niedrig, der freie Mittelzufluss aus dem Industriegeschäft lag bei 276 Millionen Euro.

Die Aktie reagierte in Mailand deutlich, mit einem Plus von über vier Prozent auf ein Jahreshoch nahe 354 Euro. Bis zum Rekordhoch aus dem Frühjahr 2025 bei knapp 493 Euro ist es aber noch ein weiter Weg.

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