Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: 189.000 Tonnen Erz blockiert

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 04:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ferrexpo stoppt die Eisenerzförderung in der Ukraine vollstÀndig. Blockierte HÀfen und Drohnenangriffe gefÀhrden die Exportlogistik, die Finanzreserven schwinden.

Ferrexpo: Kompletter Produktionsstopp in der Ukraine wegen Sicherheitsrisiken
Industrielle Bergbaulandschaft mit rohem Eisenerz bei dĂ€mmrigem Licht und dramatischer AtmosphĂ€re. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ferrexpo zieht die Notbremse. Der Bergbaukonzern stellt seine komplette Eisenerz-Förderung in der Ukraine vorerst ein. Massive Sicherheitsrisiken im Schwarzen Meer machen die Exportlogistik unmöglich. Das Unternehmen will mit diesem Schritt das verbliebene Betriebskapital schĂŒtzen.

Blockierte HĂ€fen und Drohnenangriffe

Die Logistikrouten sind de facto unterbrochen. Raketen- und Drohnenangriffe im Raum Odessa trafen zuletzt empfindlich die Hafeninfrastruktur und Handelsschiffe. Ende Juli wurde ein Frachter mit 55.000 Tonnen Eisenerz-Pellets direkt von Drohnen getroffen.

Das Schiff konnte zwar Anfang August aus der Gefahrenzone geschleppt werden. Die Bedrohungslage hat die maritimen Korridore fĂŒr das Unternehmen dennoch effektiv geschlossen. In der Lieferkette sitzen nun 189.000 Tonnen hochwertiges Erz fest. Davon entfallen etwa 90.000 Tonnen auf Premium-Material, das fĂŒr die europĂ€ische Green-Steel-Produktion vorgesehen war.

Finanzieller Spielraum schrumpft

Die finanzielle Lage spitzt sich zu. Die verfĂŒgbaren Barmittel sanken seit Ende 2025 von 47 Millionen auf etwa 27 Millionen US-Dollar. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung rechnet damit, dass die Reserven ohne frisches Kapital nur noch bis Mitte September 2026 reichen.

Dabei sah es im zweiten Quartal 2026 kurzzeitig nach einer operativen Erholung aus. Die Produktion stieg gegenĂŒber dem Jahresbeginn um 63 Prozent auf rund 963.000 Tonnen. Reparaturen an der beschĂ€digten Energieinfrastruktur hatten diesen Zwischenspurt erst ermöglicht.

Indes zeigt der lĂ€ngerfristige Vergleich die Schwere der Krise. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Ausstoß mit 1,56 Millionen Tonnen rund 54 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen betrieb zuletzt nur noch eine einzige von mehreren Produktionslinien.

Ferrexpo versucht nun, eine Kapitalerhöhung ĂŒber mindestens 100 Millionen US-Dollar zu stemmen. Parallel dazu arbeitet das Management am Abschluss des geprĂŒften Jahresabschlusses fĂŒr 2025. Der Handel der Aktie an der Londoner Börse bleibt unterdessen ausgesetzt.

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