Ferrexpo Aktie: ARMA bereitet Verwaltung beschlagnahmter Anteile vor
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei Ferrexpo rückt die rechtliche Unsicherheit um das Poltawaer Bergbau- und Aufbereitungskombinat in den Mittelpunkt. Die ukrainische Vermögensverwaltungsagentur ARMA teilte gestern mit, dass sie einen beschlagnahmten Anteil von 49,5% zur Verwaltung vorbereitet.
Zugleich steht die gerichtliche Überprüfung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bevor. Beide Vorgänge betreffen einen zentralen Vermögenswert von Ferrexpo und können dessen Finanzierung sowie die Investitionsplanung erschweren.
Verwaltung des Aktienpakets noch offen
Das betroffene Paket umfasst 153,45 Millionen einfache Namensaktien. Es wurde im Rahmen eines Strafverfahrens beschlagnahmt. Bei ARMA trägt der Vermögenswert den Status „Warten“; ein Verwalter ist noch nicht ausgewählt.
Damit ist die Vorbereitung der Verwaltung nicht mit einer bereits vollzogenen Übertragung an einen neuen Verwalter gleichzusetzen. Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Die Meldung beschreibt einen laufenden Vorgang und keine abgeschlossene Neuordnung der Unternehmensführung.
Grundlage der Beschlagnahmung ist ein Beschluss des Petschersk-Bezirksgerichts in Kyjiw vom 28. Februar 2025. Ferrexpo hält den Berichten zufolge sämtliche Anteile am Poltawaer Kombinat. Die beschlagnahmten Aktien betreffen somit eine Beteiligung innerhalb dieses zentralen Konzernvermögens.
Der Betrieb ist unterdessen nicht vollständig eingestellt. Nach einer erzwungenen Unterbrechung nahm das Kombinat die Pelletproduktion wieder auf. Das Management arbeitet weiter. Wegen der Risiken für den Schwarzmeer-Korridor soll die Produktion über Land nach Mittel- und Osteuropa exportiert werden.
Gerichtstermin entscheidet nicht automatisch den Streit
Der nächste wichtige Termin ist der 4. November 2026. Dann will der Oberste Gerichtshof der Ukraine die Kassation des Kombinats gegen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verhandeln. Eine abschließende Entscheidung an diesem Tag ist nicht garantiert.
Das Verfahren geht auf einen Antrag von Maxi Capital Group zurück. Dessen Gläubigerforderung beläuft sich auf 4,7 Milliarden UAH. Das zuständige Wirtschaftsgericht eröffnete das Insolvenzverfahren am 24. Februar; das Berufungsgericht bestätigte diesen Schritt am 18. August.
Die gerichtliche Überprüfung stoppt das laufende Verfahren nicht. Der Oberste Gerichtshof lehnte es ab, die Wirkung der angefochtenen Entscheidungen auszusetzen. Das Kombinat ist allerdings noch nicht für insolvent erklärt worden.
Beim örtlichen Wirtschaftsgericht ist die nächste Verhandlung für den 10. Dezember 2026 vorgesehen. Die Vermögensverwaltung wurde verlängert. Damit stehen neben der Kassation weitere Verfahrensschritte aus.
Für Ferrexpo zählt deshalb nicht allein die Wiederaufnahme der Produktion. Die ungeklärte Rechtslage kann auch den Zugang zu Finanzierung, die Investitionsplanung und die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern belasten. Der bevorstehende Gerichtstermin bietet einen konkreten Orientierungspunkt, aber noch keine gesicherte rechtliche Klärung.
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