Ferronordic Aktie: Alle Märkte liefern
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ferronordic hat im zweiten Quartal geschafft, was zuletzt lange auf sich warten ließ: Alle drei Kernmärkte schreiben schwarze Zahlen. Die Aktie reagierte am Mittwoch in Stockholm mit einem Kurssprung von mehr als 21 Prozent — die kräftigste Bewegung seit langem.
Der operative Gewinn drehte von minus 5 Millionen auf plus 68 Millionen Schwedische Kronen, der Umsatz kletterte um 43 Prozent auf 1.558 Millionen Kronen. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 3,08 Kronen, nach minus 3,51 Kronen im Vorjahresquartal. CEO Henrik Carlborg sprach von einem Rekordergebnis in den USA und verwies auf die Effekte der eigenen Kostenprogramme, die nun sichtbar würden.
USA als Wachstumsmotor
Die Vereinigten Staaten bleiben das Zugpferd und steuerten 62 Prozent des Konzernumsatzes bei. Die dortigen Erlöse legten in Dollar gerechnet um 53 Prozent zu, angetrieben von Infrastrukturausgaben und dem Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen. Besonders die Ausrüstungsverkäufe schossen um 89 Prozent nach oben, während der Juni laut Unternehmensangaben der stärkste Monat der Firmengeschichte war.
Der operative Gewinn im US-Segment mehr als verdoppelte sich auf 74 Millionen Kronen, die Marge kletterte auf 7,6 Prozent von zuvor 3,8 Prozent. Auffällig: Das Servicegeschäft wächst nicht so schnell wie möglich — nicht aus Nachfragemangel, sondern weil dem Unternehmen schlicht Techniker fehlen. Ein Engpass, der sich auch in Deutschland wiederholt.
Deutschland und Kasachstan im Aufwind
Der deutsche Markt, immerhin 35 Prozent des Konzernumsatzes, zeigt erste Erholungszeichen. Die Lkw-Auslieferungen sprangen auf 267 Einheiten, nach 100 im ersten Quartal. Der operative Gewinn drehte auf 8 Millionen Kronen, nach einem Verlust von 13 Millionen im Vorjahr — das zweite profitable Quartal in Folge. Für Januar 2027 ist eine neue Werkstatt in Mittelhessen geplant, um das margenstarke Servicegeschäft weiter auszubauen.
Kasachstan bleibt mit 3 Prozent Umsatzanteil das kleinste Segment, schaffte aber trotz verzögerter Regierungsausgaben für Infrastrukturprojekte den Sprung in die Gewinnzone.
Bilanz nähert sich Zielmarke
Die Nettoverschuldung sank im Quartal um 112 Millionen auf 1.845 Millionen Kronen. Das Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA verbesserte sich auf das 3,0-fache — genau die Marke, die sich das Management als langfristiges Ziel gesetzt hat, nach dem 4,5-fachen ein Jahr zuvor. Finanzchef Erik Danemar bezeichnete das Erreichen dieser Schwelle in der Telefonkonferenz als ermutigend.
Das mittelfristige Ziel bleibt ambitioniert: Der Umsatz soll sich binnen fünf Jahren gegenüber dem Basisjahr 2024 verdoppeln, aktuell liegt Ferronordic beim 1,02-fachen dieser Basis. Die operative Marge soll auf über 6 Prozent steigen — aktuell steht sie auf rollierender Zwölfmonatsbasis bei 3,4 Prozent. Die Dividendenpolitik sieht eine Ausschüttung von mindestens 25 Prozent des Nettogewinns vor, sofern die Verschuldung über dem einfachen EBITDA liegt.
Der nächste Quartalsbericht für die Monate Juli bis September ist für den 11. November 2026 angesetzt. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob der Rekordmonat Juni in den USA ein Ausreißer war oder der Auftakt zu einer nachhaltigeren Wachstumsphase.
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