Figma Aktie: Zahlen top, Anleger skeptisch
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 13:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deFigma liefert im dritten Quartal mehr als erwartet und hebt die Jahresprognose an. Trotzdem rutschte die Aktie nachbörslich um rund sieben Prozent ab. Der Grund liegt in einer bewussten Weichenstellung des Managements.
Starkes Quartal, höhere Ziele
Der Umsatz stieg um 43 Prozent auf 391,4 Millionen Dollar und lag damit 16,4 Millionen Dollar über dem oberen Ende der eigenen Prognose. Die bereinigte operative Marge erreichte 12 Prozent, Analysten hatten im Schnitt mit gut 6 Prozent gerechnet. Je Aktie stand ein bereinigter Gewinn von 0,10 Dollar zu Buche, doppelt so viel wie erwartet.
Der Nettoverlust nach US-GAAP schrumpfte auf 81,3 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte noch ein Verlust von über einer Milliarde Dollar angefallen.
Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand nun 1,497 bis 1,499 Milliarden Dollar Umsatz an, zuvor waren es rund 1,465 Milliarden. Die bereinigte operative Marge soll bei 11 Prozent liegen, bisher standen 9 Prozent im Plan.
Wachstum soll sich abschwächen
Der Dämpfer kommt aus dem Ausblick. Für das vierte Quartal erwartet Figma ein Umsatzplus von etwa 33 Prozent. Das liegt zwar über den Analystenschätzungen von 28 Prozent, markiert aber eine klare Verlangsamung.
Hinzu kommt die Strategie: Figma gibt Kunden mehr KI-Credits, ohne die Preise anzuheben. Finanzchef Praveer Melwani räumte ein, dass das kurzfristig Umsatz kosten könne, langfristig aber nachhaltiges Wachstum sichern solle. Die Nutzung scheint zu greifen. Rund 65 Prozent der zahlungsstarken Kunden nutzen den hauseigenen KI-Agenten, und der Anteil der Arbeit, den Figmas eigenes Modell übernimmt, hat sich mehr als verdoppelt.
Die Kehrseite zeigt sich in den Kennzahlen. Die Nettoumsatzbindung sank erneut, und die Bruttomarge geriet unter Druck, weil Figma Rechenkosten schon vor dem Start des Agenten trug. Oppenheimer bleibt bei „Perform" und verweist auf die nachlassende Dynamik bei Wachstum und Margen. Sie bremse eine höhere Bewertung, auch wenn die KI-Monetarisierung begonnen habe.
Aktie weiter deutlich im Minus
Das Papier hat seit Jahresbeginn etwa 41 Prozent verloren, während der S&P 500 um 12 Prozent zulegte. Anfang des Jahres sorgte die Sorge für Druck, KI-Modelle könnten Figma Konkurrenz machen. In weiten Teilen der Softwarebranche hat sich diese Angst inzwischen gelegt. Bei Figma bleibt sie offenbar im Kurs.
Die Konkurrenz steht ebenfalls unter Druck: Der Design-Rivale Canva kündigte einen Stellenabbau von 22 Prozent an.
Die nächste Messlatte setzt das vierte Quartal. Erreicht Figma dort die angepeilten rund 403 Millionen Dollar Umsatz, wäre die Jahresprognose erfüllt und die KI-Strategie erhielte erste belastbare Zahlen.
Figma-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Figma-Analyse vom 5. November liefert die Antwort:
Die neusten Figma-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Figma-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Figma: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
