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First Solar Aktie: EPS 3,92 Dollar schlägt 2,90 Dollar

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 11:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

First Solar übertrifft die Gewinnprognosen deutlich, während der Umsatz leicht sinkt. Rekordmargen und ein Auftragsbestand von 45,1 GW bis 2030 stützen die Jahresziele.

First Solar übertrifft Gewinnerwartungen trotz leicht gesunkener Umsätze
Moderne Solarpark-Anlage bei Sonnenuntergang als Symbol für positive Ertragsentwicklung im Bereich erneuerbare Energien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-amerikanische Solarkonzern First Solar hat am Donnerstag seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und damit die Erwartungen des Marktes beim Gewinn deutlich übertroffen. Während der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 3,4 Prozent auf rund 1,06 Milliarden US-Dollar sank, kletterte das Nettoeinkommen auf 422,57 Millionen US-Dollar. Besonders die Profitabilität des Unternehmens stand im Fokus, da First Solar Rekordwerte bei den Bruttomargen verzeichnete.

Gewinn-Sprung trotz rückläufiger Erlöse

Trotz des leichten Umsatzrückgangs, der unter anderem auf Vertragskündigungen zurückzuführen war, konnte First Solar das Ergebnis je Aktie (EPS) signifikant steigern. Mit einem Wert von 3,92 US-Dollar lag das Unternehmen deutlich über der Konsensschätzung der Analysten, die im Vorfeld lediglich mit 2,90 US-Dollar gerechnet hatten. Das bereinigte EBITDA stieg parallel dazu auf 644 Millionen US-Dollar, nach 560 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.

Diese Entwicklung ist vor allem auf eine verbesserte Kostenstruktur und die Realisierung hoher Margen in der Modulfertigung zurückzuführen. Das Management bestätigte in diesem Zuge die Jahresprognose für 2026. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Jahresumsatz zwischen 4,9 und 5,2 Milliarden US-Dollar sowie einem Absatzvolumen von 17 bis 18,2 Gigawatt (GW). Medienberichten zufolge wird für das dritte Quartal ein Modulabsatz in einer Spanne von 3,9 bis 4,5 GW angestrebt.

Gigantischer Auftragsbestand bis 2030

Ein zentraler Pfeiler für die langfristige Stabilität von First Solar bleibt das prall gefüllte Auftragsbuch. Der aktuelle Auftragsbestand beläuft sich auf rund 45,1 GW, wobei die Lieferverpflichtungen bis in das Jahr 2030 hineinreichen. Diese Planungssicherheit erlaubt es dem Unternehmen, massiv in den Ausbau der Produktionskapazitäten zu investieren. So fließen derzeit erhebliche Mittel in den Bau einer neuen Fertigungsstätte in South Carolina, was auch den Rückgang der Barmittelreserven auf etwa 1,7 Milliarden US-Dollar erklärt.

Die Nachfrage nach den Dünnschicht-Modulen von First Solar bleibt insbesondere bei Großprojekten hoch. Ein Beispiel für diese Marktstellung ist das „Big Rooter Power“-Projekt in Texas, bei dem rund zwei Millionen Solarmodule des Herstellers auf dem Gelände einer aktiven Kohlemine installiert werden sollen. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 1,7 Milliarden US-Dollar und verdeutlicht den Trend zur Umnutzung fossiler Infrastruktur für die Energiewende.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial nach Kurskorrektur

An der Börse reagierte die Aktie am Freitag positiv auf die operativen Fortschritte und schloss bei 184,20 €. Trotz dieses jüngsten Zuwachses weist das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von 19,46 % auf. Der Wert notiert damit aktuell rund 33,38 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Juni bei über 276 € markiert wurde. Die Analysten von Simply Wall St bewerten die Lage dennoch optimistisch und beziffern den fairen Wert der Aktie auf rund 251,90 US-Dollar, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial impliziert.

Experten sehen in der Kombination aus gesicherten Langfristverträgen und der technologischen Spezialisierung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Während andere Marktteilnehmer mit volatilen Preisen und Überkapazitäten zu kämpfen haben, profitiert First Solar von seiner starken Präsenz im US-Markt und den dortigen Förderprogrammen. Die fortgesetzten Investitionen in neue Werke und die Integration modernster Fertigungstechnologien untermauern den Anspruch des Konzerns, seine führende Rolle im Bereich der Photovoltaik-Großanlagen weiter auszubauen.

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