FirstCash, Aktie

FirstCash Aktie: Pfandhaus-Boom trotz AFF-Delle

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Umsatz und Gewinn je Aktie liegen über den Prognosen; rückläufige AFF-Erlöse belasten, während die Ramsdens-Übernahme noch aussteht.
Minimalistisch gestaltetes Interieur eines Pfandleihhauses mit edlen Schmuckstücken und warmer, professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

FirstCash hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,68 Dollar, der Konsens hatte 2,63 Dollar erwartet. Der Umsatz erreichte 1,1 Milliarden Dollar, auch hier lagen Analysten mit 1,07 Milliarden Dollar darunter. Das Pfandleihgeschäft läuft stark, die Ratenkauf-Sparte American First Finance (AFF) bremst.

Pfandleihe als Wachstumsmotor

Die Pfandsegmente legten bei Umsatz und Segmentergebnis jeweils um 28 Prozent zu. Der Bestand an Pfandkrediten erreichte mit 908 Millionen Dollar einen Rekord. Alle Regionen meldeten zweistellige Zuwächse bei Pfandforderungen und Gebühren. Konzernchef Rick Wessel führt die Nachfrage auf das anhaltend inflationäre Umfeld zurück.

Konzernweit stieg der Umsatz um 18 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie um 19 Prozent. Der bereinigte EBITDA kletterte auf 213 Millionen Dollar. In Lateinamerika half zudem der schwächere Dollar: Der Segmentumsatz wuchs in Dollar um 35 Prozent, in konstanter Währung um 27 Prozent.

Die Expansion geht weiter. Im Quartal kamen 14 Filialen hinzu, aktuell betreibt der Konzern 3.352 Standorte. Die Übernahme der britischen Ramsdens soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Aktionäre und die britische Finanzaufsicht FCA haben zugestimmt, es fehlt noch die kartellrechtliche Freigabe. Mit Ramsdens kämen über 175 Standorte hinzu.

AFF bleibt die Schwachstelle

Anders sieht es bei der Ratenkauf-Sparte aus. Das Segmentergebnis lag mit 33 Millionen Dollar über dem Vorquartal, aber unter dem Vorjahreswert. Die Nettoerlöse sanken um 20 Prozent, das Transaktionsvolumen um 15 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen Insolvenzen von Handelspartnern und die Schwäche im Möbelgeschäft.

Für das vierte Quartal rechnet das Management mit einem weiteren Rückgang der Nettoerlöse um 15 bis 20 Prozent. Bei den Pfandgeschäften erwartet es dagegen weiter zweistelliges Umsatzwachstum und steigende Margen.

Mehr für die Aktionäre

Die Quartalsdividende steigt um 10 Prozent auf 0,46 Dollar je Aktie, hochgerechnet auf das Jahr sind das 1,84 Dollar. Sie wird am 24. November an die Aktionäre gezahlt, die am 13. November im Register stehen. Außerdem kaufte das Unternehmen im Quartal eigene Aktien für 123 Millionen Dollar zurück, seit Jahresbeginn für 250 Millionen Dollar.

Die Aktie schloss am Vortag bei 216,75 Dollar und notierte vorbörslich etwas höher. Das mittlere Analystenkursziel lag vor den Zahlen bei 253 Dollar. Ob die Zahlen dieses Niveau stützen, zeigt sich in den kommenden Handelstagen. Für die Anschlussphase zählt, ob der Ramsdens-Abschluss wie geplant bis Jahresende gelingt.

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