Floor & Decor Aktie: Gewinn trotz Flaute
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deWeniger Kunden, aber mehr Gewinn je Aktie: Floor & Decor hat im dritten Quartal gezeigt, wie viel Spielraum die Kostenseite in einem schwachen Immobilienmarkt bietet. Die Bodenbelagskette steigerte den Gewinn je Aktie um gut 15 Prozent auf 0,61 Dollar, obwohl die UmsÀtze auf vergleichbarer FlÀche sanken. Ob das Muster trÀgt, zweifeln Analysten allerdings an.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Der Nettoumsatz stieg um 3,0 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar, getragen von neuen MĂ€rkten. Auf vergleichbarer FlĂ€che ging er um 1,4 Prozent zurĂŒck. Das operative Ergebnis legte um 8,3 Prozent zu, die Marge verbesserte sich auf 6,4 Prozent.
Geholfen haben auch ZollrĂŒckerstattungen, die Kostenbelastungen durch Treibstoff und Energie ausglichen. Das Unternehmen kaufte im Quartal Aktien fĂŒr gut 91 Millionen Dollar zurĂŒck. CEO Brad Paulsen sprach von einem widerstandsfĂ€higen GeschĂ€ftsmodell in einem herausfordernden Nachfrageumfeld.
Die Prognose fĂŒr 2026 fĂ€llt vorsichtig aus. Das Management erwartet vergleichbare UmsĂ€tze zwischen minus 3,5 und minus 2,0 Prozent und plant 20 neue MĂ€rkte.
Evercore bleibt skeptisch
Evercore ISI belieĂ die Einstufung bei "In Line" und das Kursziel bei 55 Dollar. Die SchĂ€tzung fĂŒr den Gewinn je Aktie 2027 senkten die Analysten jedoch auf 1,90 Dollar, zuvor waren es 1,95 Dollar. Sie verweisen auf Margenrisiken.
Das Problem sitzt bei der Kundenfrequenz. Seit 20 Quartalen in Folge sinkt sie, die operative Marge ist in dieser Zeit von rund 10 auf etwa 5 Prozent gefallen. Im September drehten die vergleichbaren UmsÀtze zwar ins Plus. Im laufenden Quartal liegen sie nach Unternehmensangaben bislang aber wieder 3,8 Prozent im Minus, steigende Hypothekenzinsen belasten.
Die Profisparte macht inzwischen 55 Prozent des Umsatzes aus. Das Management hat zudem die EröffnungsplĂ€ne gekĂŒrzt, um Anlaufkosten zu sparen. Evercore rechnet fĂŒr 2027 mit stagnierenden ErtrĂ€gen, gestĂŒtzt durch Weitergabe von Energiekosten und AktienrĂŒckkĂ€ufe. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 17 Prozent im Minus.
Wechsel im Aufsichtsgremium
Parallel kĂŒndigte das Unternehmen VerĂ€nderungen im Board an. Thomas Taylor wechselt zum 1. Januar 2027 vom Executive Chair zum Chair. Lauren Taylor Wolfe, MitgrĂŒnderin von Impactive Capital, zieht zum 1. Februar 2027 als unabhĂ€ngige Direktorin ein. Lead Director Norman Axelrod tritt nach 17 Jahren bei der Hauptversammlung im Mai 2027 nicht mehr an.
Die Berufung einer Investorin mit Kapitalmarkterfahrung dĂŒrfte der Aktie zusĂ€tzliche Aufmerksamkeit bringen. ZunĂ€chst entscheidet jedoch die Nachfrage: Solange die Frequenz nicht dreht, muss der Gewinn weiter aus Kosten und RĂŒckkĂ€ufen kommen.
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