Flughafen Wien Aktie: Ryanair verlagert Flugzeuge nach Bratislava
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm Flughafen Wien ist die Passagierzahl im September um 7,5 Prozent auf 2.910.597 gesunken. Das Unternehmen nennt vor allem ein geringeres Low-Cost-Angebot und reduzierte Flugverbindungen wegen der Krise im Nahen und Mittleren Osten als Gründe. Die Aktie verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -3,0%.
Die am Dienstag veröffentlichten Verkehrszahlen rücken damit das Flugangebot am Standort in den Mittelpunkt. Die genannten Belastungen betreffen sowohl das Angebot der Billigfluggesellschaften als auch Verbindungen im Zusammenhang mit der Krise. Eine einzelne Ursache erklärt den Rückgang nach Unternehmensangaben somit nicht.
Auf Gruppenebene fiel das Minus geringer aus: Die Flughafen-Wien-Gruppe zählte im September insgesamt 4.138.465 Passagiere und damit 2,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich. Der Rückgang am Standort Wien darf nicht mit der Entwicklung der gesamten Gruppe gleichgesetzt werden. Umgekehrt ändert das geringere Gruppenminus nichts daran, dass Wien selbst einen deutlich stärkeren Verkehrsrückgang verzeichnete.
Standortkosten verstärken die Debatte
Die Verkehrszahlen treffen auf eine Diskussion über die Wettbewerbsbedingungen des Flughafens. Vorstand Günther Ofner forderte am Samstag Medienberichten zufolge die Abschaffung der Flugabgabe und kritisierte hohe Standortkosten.
Dabei verwies Ofner auf konkrete Veränderungen bei den Fluggesellschaften: Wizz Air kehre Wien den Rücken. Ryanair ziehe Flugzeuge vom Standort ab und verlagere sie nach Bratislava. Seine Forderung nach Entlastung steht damit im Zusammenhang mit Entscheidungen der Airlines über ihr Angebot.
Die September-Zahlen und Ofners Kritik berühren denselben Punkt: die Verfügbarkeit von Flugverbindungen in Wien. Allerdings sind die politische Forderung und die gemeldete Verkehrsentwicklung auseinanderzuhalten. Eine Abschaffung der Flugabgabe ist mit Ofners Vorstoß nicht beschlossen.
Bodenabfertigung vor zusätzlichem Anbieter
Neben dem Flugangebot steht eine operative Veränderung bevor. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte am 9. Oktober einen Aufschub ab. Damit darf Joint Sky Services GmbH die Bodenabfertigung am Flughafen Wien vorerst ab dem 25. Oktober aufnehmen.
Die inhaltliche Prüfung der Lizenzvergabe läuft weiter. Die Erlaubnis zum vorläufigen Betriebsstart ist deshalb nicht mit einer abschließenden gerichtlichen Bestätigung der Vergabe gleichzusetzen.
Für die Einordnung der Aktie bleibt die Verkehrsentwicklung die zentrale Nachricht: Wien verliert Passagiere, während die Gruppe einen geringeren Rückgang meldet. Die Standortkostendebatte liefert dazu einen konkreten Hintergrund, aber noch keine beschlossene Entlastung.
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