Fresenius Aktie: Ăbernimmt mAbxience vollstĂ€ndig
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 19:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius hat gestern die vollstĂ€ndige Ăbernahme des Biosimilar-Entwicklers mAbxience vollzogen. FĂŒr die verbleibenden 45 Prozent der Anteile zahlt das Unternehmen bis zu 750 Millionen Euro an Insud Pharma und Invim Corporativo.
Ein Teilbetrag von 50 Millionen Euro ist an den erfolgreichen Zulassungsprozess bestimmter ProduktionsstÀtten gekoppelt. Fresenius war bereits im August 2022 mit 55 Prozent bei den Spaniern eingestiegen.
Die Transaktion bedurfte keinen weiteren behördlichen Genehmigungen und wurde direkt abgeschlossen. Zur Finanzierung nutzt das Unternehmen vorhandene liquide Mittel sowie den laufenden operativen Cashflow. An der Börse reagierten die Anleger verhalten: Die Fresenius-Aktie gab heute um 0,7 Prozent auf 44,33 Euro nach.
Wachstumshebel fĂŒr die Kabi-Sparte
Das spanische Unternehmen wird vollstĂ€ndig in das Biopharma-GeschĂ€ft der Tochtergesellschaft Fresenius Kabi integriert. Nach Angaben des Konzerns deckt die Einheit kĂŒnftig Entwicklung, Herstellung und Vermarktung vollstĂ€ndig aus einer Hand ab.
Jurgen Van Broeck bleibt als Vorstandschef von mAbxience im Amt und berichtet an Dr. Sang-Jin Pak, den PrÀsidenten des Biopharma-Bereichs bei Fresenius. Konzernchef Michael Sen sieht in dem Schritt ein wichtiges Element beim Ausbau eines vertikal integrierten GeschÀftsmodells.
Das ĂŒbernommene Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von mehr als 320 Millionen Euro. Der Spezialist beschĂ€ftigt ĂŒber 1.300 Mitarbeitende und verfĂŒgt ĂŒber drei Produktionsstandorte in Spanien sowie Lateinamerika.
Aktuell fĂŒhrt mAbxience vier Biosimilar-PrĂ€parate am Markt, wĂ€hrend sich acht weitere Produktkandidaten in der klinischen Entwicklungspipeline befinden. Unter anderem besteht eine Entwicklungsvereinbarung mit Sandoz fĂŒr ein Biosimilar zum Wirkstoff Emicizumab.
Solide Bilanzrelationen und bestÀtigte Ziele
Finanziell soll sich der Vollzug ab sofort positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirken. Das Analysehaus Jefferies bestÀtigte ebenfalls, dass der Zukauf den Kerngewinn je Anteilsschein unmittelbar stÀrkt.
Der Verschuldungsgrad im VerhĂ€ltnis von Nettofinanzschulden zum operativen Ergebnis vor Abschreibungen dĂŒrfte infolge des Kaufpreises um etwa 20 Basispunkte zulegen. Dennoch sieht das Management den Verschuldungsgrad fĂŒr das Gesamtjahr unverĂ€ndert am unteren Ende des Zielbandes von 2,5x bis 3,0x.
Der Markt fĂŒr Biosimilars birgt erhebliches Potenzial: Fresenius erwartet, dass sich das weltweite Marktvolumen bis 2035 auf ĂŒber 180 Milliarden Euro in etwa versechsfachen wird. Auch fĂŒr die eigene Biopharma-Sparte bleiben die Mittelfristziele ambitioniert. Bis 2030 plant der Konzern eine Verdopplung des Spartenumsatzes gegenĂŒber dem Niveau von 2025, flankiert von einer operativen Marge von rund 20 Prozent.
Die Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2026 bleibt durch die Ăbernahme unberĂŒhrt. Konkrete Einblicke in den laufenden GeschĂ€ftsbetrieb und die finanzielle Entwicklung erhalten Investoren am 4. November, wenn Fresenius den Zwischenbericht fĂŒr das dritte Quartal vorlegt.
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