FTSE, Inflation

FTSE 100: Inflation bremst Londons Index

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Londoner Leitindex gewann 0,19 Prozent; steigende Verbraucherpreise und Verluste bei Rohstoffaktien begrenzten das Plus.
Außenansicht des London Stock Exchange Gebäudes am Paternoster Square an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt.

Höhere Inflation, höhere Ölpreise, aber ein knapp positiver Schluss: Der britische Leitindex hat sich am Mittwoch zwischen starken Daten und geopolitischer Unsicherheit behauptet. Am Ende stand ein Plus von 0,19 Prozent. Die übrigen europäischen Börsen legten deutlich kräftiger zu.

Inflation auf Jahreshoch

Die britische Verbraucherpreisinflation stieg im September auf 3,5 Prozent, nach 3,1 Prozent im August. Volkswirte hatten mit 3,4 Prozent gerechnet. Es ist der höchste Wert seit Oktober 2025. Treiber waren vor allem die Spritpreise, Benzin kostete im Schnitt 169,5 Pence je Liter und damit so viel wie zuletzt im August 2022.

Die Kernrate zog auf 2,8 Prozent an, die Dienstleistungsinflation auf 3,7 Prozent. Auch die Erzeugerpreise legten zu: Die Einkaufspreise der Industrie stiegen um 8,3 Prozent, so stark wie seit vier Monaten nicht mehr.

Das nährt Sorgen, die Bank of England könnte die Zinsen anheben müssen. Zum Handelsstart gab der Index deshalb zeitweise nach. Hinzu kommt ein größeres Defizit im Staatshaushalt: Im September lag es mit 24,5 Milliarden Pfund über den Erwartungen. Das Budget der Regierung steht am 28. Oktober an.

Öl stützt, Bergbau schwächelt

Der Brent-Preis pendelte um die Marke von 110 Dollar je Barrel und gab am Nachmittag etwas nach, auf rund 108 Dollar. Auslöser der Schwankungen sind die festgefahrenen Gespräche über Iran und die Blockade der Straße von Hormus. Teheran knüpft Verhandlungen an ein Ende der US-Sanktionen. Washington will den wirtschaftlichen Druck aufrechterhalten.

BP profitierte und gewann bis zu 2 Prozent, Ithaca Energy lag zeitweise 3 Prozent im Plus. Banken wie Standard Chartered, HSBC und Lloyds schlossen ebenfalls fester.

Schwächer zeigten sich Rohstoffwerte. Fresnillo, Antofagasta, Anglo American und Rio Tinto verloren zwischen 1 und 2,4 Prozent. Der Goldpreis gab leicht nach. Auch Unilever und Reckitt Benckiser rutschten ab. 3i Group schloss knapp 4 Prozent tiefer.

Einzelwerte mit Ausschlägen

Gefragt waren Computacenter mit 3,7 Prozent Plus und Experian mit 3,65 Prozent. Aberdeen Group fiel dagegen um 4,1 Prozent, obwohl das verwaltete Vermögen Ende September um 4 Prozent über dem Niveau von Ende 2025 lag.

Der Abstand zu den Nachbarn fiel deutlich aus: Der DAX gewann 1,35 Prozent, der CAC 40 1,06 Prozent. Mit dem Haushalt am 28. Oktober wartet der nächste Termin, der die Stimmung am Londoner Markt prägen dürfte.

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