FTSE 100: Iran-Diplomatie beruhigt Anleger
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwei schwächeren Handelstagen dreht der Londoner Leitindex am Freitag ins Plus. Der FTSE 100 legt um 0,50 Prozent zu, während sinkende Ölpreise die Stimmung aufhellen. Der Auslöser: neue diplomatische Signale zwischen Washington und Teheran.
Ölpreis fällt, Hoffnung steigt
Am Rande der UN-Generalversammlung in New York hat Irans Präsident Masoud Pezeshkian erklärt, Teheran wolle vor den US-Zwischenwahlen zu einer gemeinsamen Vereinbarung mit Washington zurückkehren. Er sprach von einem bereits vereinbarten Rahmen und betonte, Iran verlange nichts über seine völkerrechtlichen Ansprüche hinaus.
US-amerikanische und iranische Unterhändler sollen an einem gestuften Modell arbeiten: Teheran öffnet die Straße von Hormus, Washington lockert im Gegenzug seine Wirtschaftsblockade.
Die Nachricht kommt zur rechten Zeit. Brent-Rohöl fiel um 0,63 Prozent auf 105,95 Dollar je Barrel, nachdem der Ölpreis am Vortag noch um mehr als vier Prozent gestiegen war und den EuroStoxx 50 sowie den FTSE 100 belastet hatte. Der Index war am Donnerstag um 0,24 Prozent auf 10.679,99 Punkte gefallen.
Ganz ausgeräumt ist die Unsicherheit allerdings nicht. Die Schiffsdurchfahrten durch die Straße von Hormus sanken am Donnerstag auf neun, gegenüber einem gleitenden Zehn-Tage-Durchschnitt von rund 18 — ein Hinweis darauf, dass viele Reedereien weiter vorsichtig agieren.
Die Vereinigten Arabischen Emirate setzten zudem sämtliche Flüge iranischer Airlines aus und folgen damit Oman, dem Irak, Aserbaidschan, Georgien und Turkmenistan bei der Durchsetzung neuer US-Sanktionen gegen die iranische Luftfahrt.
Houthi-Angriffe halten Risiko am Kochen
Parallel dazu weiten sich die Spannungen am Roten Meer aus. Huthi-Kräfte griffen saudische Ziele in Taif, Yanbu und nahe der jemenitischen Grenze an, was Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan zu einem dringlichen Treffen ihrer Generalstabschefs im Rahmen des Mekka-Verteidigungsabkommens bewegte.
Katar verurteilte die Angriffe als offenen Bruch saudischer Souveränität. In London traf Außenminister Ed Miliband seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi und mahnte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus an.
Für die Wall Street bleibt das Zinsthema ein zusätzlicher Belastungsfaktor: robuste US-Konjunkturdaten hatten zuletzt Spekulationen auf eine weitere Fed-Zinserhöhung im Oktober befeuert und die Anleiherenditen nach oben getrieben — ein Punkt, der auch am Donnerstag auf europäischen Aktienmärkten lastete.
Ob die diplomatische Annäherung tragfähig ist, hängt von den kommenden Verhandlungsrunden zwischen Washington und Teheran ab. Solange die Durchfahrten durch Hormus gedrosselt bleiben und die Huthi-Angriffe andauern, dürfte die Ölpreisvolatilität ein bestimmender Faktor für die Richtung des FTSE 100 bleiben.
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