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FTSE 100: Ölpreis dominiert Handel

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 20:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steigende Ölpreise und Iran-Spannungen drücken den FTSE 100. Energiewerte legen zu, während Versicherer und Einzelhandel schwächeln.

FTSE 100: Ölpreis und Iran-Konflikt belasten Londoner Börse
Ein moderner Handelsraum an der Londoner Börse mit verschwommenen Datenbildschirmen und einem Notizbuch auf einem Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steigende Ölpreise und ein wackeliger Waffenstillstand rund um die Straße von Hormuz haben den FTSE 100 am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Der Londoner Leitindex schloss 0,17 Prozent leichter — während die Energiewerte selbst zu den Gewinnern zählten. Ein Widerspruch, der viel über die aktuelle Marktlage verrät.

Iran-Spannungen treiben Brent nach oben

Die Nachrichtenlage rund um den Iran bleibt der entscheidende Faktor. US-Präsident Donald Trump ließ verlauten, dass amerikanische Verhandlungsführer Entschädigungsforderungen gegenüber Teheran in künftige Gespräche einbeziehen sollen — ein Schritt, der die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz weiter erschwert. Die Folge: Brent-Rohöl kletterte zeitweise über 90 Dollar je Barrel, gab die Gewinne im Tagesverlauf aber teilweise wieder ab und pendelte sich bei rund 88,70 Dollar ein — noch immer mehr als ein Prozent über dem Vortagsniveau.

Von dieser Entwicklung profitierten BP und Shell, die zu den Tagesgewinnern zählten. Auch St. James's Place, Compass Group, Entain und IG Group Holdings legten zwischen 1,5 und 3,2 Prozent zu. Persimmon und AutoTrader Group rundeten die Gewinnerliste ab.

Spirax bricht ein, Versicherer geraten unter Druck

Auf der Verliererseite sorgte Spirax Group für den auffälligsten Ausschlag. Die Aktie des Anbieters für thermische Energie- und Fluidtechnik verlor 5,6 Prozent, nachdem sie im Handelsverlauf zeitweise sogar zweistellig eingebrochen war. Das Unternehmen bestätigte trotz der Kursreaktion seine Jahresprognose — organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich und eine verbesserte Marge nach starken Zahlen für das erste Halbjahr.

International Workplace Group musste nach schwachen Ergebnissen ebenfalls Federn lassen. Der britische Anbieter von Büroflächen wies einen Vorsteuerverlust von 20 Millionen Dollar aus, nach einem Gewinn von 12 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Besonders die Versicherungs- und Vermögensverwaltungsbranche geriet unter Druck: M&G, Standard Life, Legal & General, Prudential und Admiral Group verloren zwischen 2 und 3,4 Prozent. Auch Sainsbury, GSK, Tesco, Diageo und Aviva zählten zu den Verlierern des Tages.

Konjunkturseitig lieferte der britische Einzelhandel ein enttäuschendes Signal. Die Umsätze legten im Juli laut British Retail Consortium nur um 1 Prozent zum Vorjahr zu — Analysten hatten mit 1,5 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni. Es war das schwächste Wachstum seit Februar.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun die US-Inflationsdaten, die in dieser Woche erwartet werden. Sie dürften mitentscheiden, wie die Federal Reserve ihren weiteren Zinskurs gestaltet — und damit auch, wie sich die Nervosität an den europäischen Börsen in den kommenden Tagen entwickelt.

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