Gartner, Aktie

Gartner Aktie: 10,92-Prozent-Crash auf 130,10 Euro

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 17:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gartner prognostiziert weltweite IT-Ausgaben von 6,37 Billionen Dollar, getrieben durch KI-Infrastruktur. Die Aktie fällt trotzdem um 10,9 Prozent.

Gartner Aktie: Rekordwachstum bei KI-Infrastruktur trotz Kursverlusten
Abstrakte Darstellung eines modernen Bürogebäudes bei düsterer, regnerischer Stimmung als Symbol für einen Marktabschwung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rekordwachstum bei Rechenzentren und Infrastruktur

Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat seine Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben im Jahr 2026 deutlich nach oben korrigiert. Die Experten erwarten nun ein Gesamtvolumen von 6,37 Billionen US-Dollar, was einem Anstieg von 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich durch den massiven Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI).

Besonders deutlich zeigt sich das Wachstum im Segment der Rechenzentrumssysteme. Hier rechnet das Unternehmen mit einem Plus von 62,5 Prozent auf insgesamt 822 Milliarden US-Dollar. Auch der Bereich Infrastructure-as-a-Service (IaaS) verzeichnet mit einem erwarteten Zuwachs von 29,3 Prozent auf 287 Milliarden US-Dollar eine starke Dynamik. Analyst John-David Lovelock bezeichnete den Aufbau von Rechenkapazitäten für KI als das derzeit größte Infrastrukturprojekt überhaupt. Neben der Hardware profitiert auch der Software-Sektor, für den Ausgaben in Höhe von 1,47 Billionen US-Dollar prognostiziert werden. Trotz des immensen Bedarfs belasten Inflation und steigende Kosten die Budgets vieler Unternehmen.

Markt reagiert mit deutlichen Kursabschlägen

Trotz der optimistischen Prognosen für die Branchenentwicklung steht die Aktie von Gartner heute unter erheblichem Verkaufsdruck. Das Papier notiert aktuell bei 130,10 Euro, was einem Rückgang von 10,92 Prozent entspricht. Damit entfernt sich der Kurs weiter von seinem Höchststand und liegt nun etwa 21,42 Prozent über dem 52-Wochen-Tief.

Analysten von Simply Wall St weisen darauf hin, dass die Aktie trotz der jüngsten Verluste unter ihrem fairen Wert gehandelt werden könnte. Basierend auf einer Discounted-Cashflow-Analyse schätzen sie den inneren Wert auf rund 290,67 US-Dollar. Die steigende Nachfrage nach KI-Dienstleistungen stütze dabei die langfristigen Annahmen für den Cashflow des Unternehmens. Dennoch sorgen allgemeine Marktzweifel an der kurzfristigen Profitabilität hoher KI-Investitionen sowie Lieferengpässe bei Hardware-Komponenten für Verunsicherung unter den Anlegern.

Q2-Zahlen und rechtliche Untersuchung im Fokus

Spannung herrscht mit Blick auf den kommenden Dienstag. Für den 4. August hat Gartner die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 angekündigt. Im ersten Quartal konnte das Unternehmen die Erwartungen mit einem Gewinn pro Aktie von 3,32 US-Dollar übertreffen, während der Konsens lediglich von 2,99 US-Dollar ausgegangen war. Für das bevorstehende Quartal werden weitere Details zur Umsetzung der KI-Strategien in den Kundenunternehmen und zur Entwicklung der Auftragslage erwartet.

Parallel dazu wurde bekannt, dass die Kanzlei Bernstein Liebhard LLP eine Untersuchung gegen Direktoren und leitende Angestellte von Gartner eingeleitet hat. Dabei geht es um den Vorwurf möglicher Verletzungen der Treuepflicht gegenüber den Aktionären. Die Untersuchung konzentriert sich auf Personen, die bereits vor dem 24. Februar 2025 Anteile am Unternehmen erworben haben. Während das operative Geschäft von der technologischen Transformation profitiert, sorgen diese juristischen Prüfungen für zusätzliche Volatilität im Vorfeld der Quartalszahlen. Das Unternehmen selbst ist zudem mit dem Druck konfrontiert, dass laut internen Berichten bisher nur ein kleiner Teil der Finanzverantwortlichen die KI-Ausgaben erfolgreich mit konkreten Geschäftsergebnissen verknüpfen konnte.

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