Generali, Aktie

Generali Aktie: Barclays senkt Kursziel, bleibt Underweight

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bank bleibt bei ihrer negativen Bewertung; zugleich plant Generali Stellenabbau und neue ZustĂ€ndigkeiten in der KonzernfĂŒhrung.
Editorial-Aufnahme des Handelsraums der Borsa Italiana, relevant fĂŒr Assicurazioni Generali S.p.A., ISIN IT0000062072, dynamische FinanzatmosphĂ€re Illustration mit AI erstellt.

Barclays hĂ€lt an seiner skeptischen EinschĂ€tzung fĂŒr Generali fest. Die Bank senkt das heute bekannt gewordene Kursziel von 30,00 auf 29,50 Euro und bestĂ€tigt die Einstufung „Underweight“. Ausschlaggebend ist vor allem eine negative Neubewertung zu Marktpreisen im dritten Quartal 2026. Gleichzeitig bereitet Generali VerĂ€nderungen in der KonzernfĂŒhrung und einen Stellenabbau in Deutschland vor.

Die gestern veröffentlichte Originalstudie zeichnet dabei kein grundsĂ€tzlich verschlechtertes Bild des VersicherungsgeschĂ€fts. Analystin Claudia Gaspari erwartet vielmehr eine ruhige Berichtssaison. GroßschĂ€den, Marktbewegungen und Devisentrends dĂŒrften SchĂ€tzungen und Ausblicke zunĂ€chst kaum beeinflussen. Die jĂŒngste Erholung der Branche erklĂ€rt sie mit einer Flucht der Anleger in Sicherheit.

Stabiles GeschÀft, vorsichtige Bewertung

FĂŒr Generali prognostiziert Barclays einen Betriebsgewinn von 900 Millionen Euro im Schaden- und UnfallgeschĂ€ft. In der Lebensversicherung erwartet die Bank 1.063 Millionen Euro. Davon sollen 851 Millionen Euro aus der Freisetzung der vertraglichen Servicemarge stammen. Es handelt sich um SchĂ€tzungen, nicht um bereits gemeldete Ergebnisse.

Die Unterscheidung zwischen operativer Entwicklung und Bewertung ist fĂŒr Anleger entscheidend: Barclays erwartet keine breite EnttĂ€uschung bei den Versicherern. Dennoch rechtfertigt das erwartete GeschĂ€ft aus Sicht des Hauses keine gĂŒnstigere Einstufung von Generali.

FĂŒr das dritte Quartal 2026 rechnet Barclays bei europĂ€ischen Versicherern mit höheren NaturkatastrophenschĂ€den. Diese sollen jedoch innerhalb der Budgets fĂŒr die ersten neun Monate bleiben. Betroffen wĂ€ren vor allem Direktversicherer.

Das Kursziel signalisiert damit weiterhin deutliche ZurĂŒckhaltung. Die stabile BrancheneinschĂ€tzung ist aus Sicht der Analystin kein ausreichender Anlass, die Generali-Aktie positiver zu bewerten.

Umbau in Deutschland und der KonzernfĂŒhrung

Parallel konkretisieren sich die UmbauplĂ€ne in Deutschland. Medienberichten zufolge plant Generali Deutschland bis Ende 2030 den Abbau von 800 ArbeitsplĂ€tzen. Die Standorte Aachen, NĂŒrnberg und Stuttgart sollen geschlossen werden.

Der Personalabbau soll ĂŒberwiegend ĂŒber freiwilliges Ausscheiden, Renteneintritte und natĂŒrliche Fluktuation erfolgen. Zugleich sind Neueinstellungen vorgesehen. Das Management verhandelt ĂŒber die PlĂ€ne mit dem Konzernbetriebsrat; der Umbau ist damit noch nicht vollstĂ€ndig vereinbart.

Vorgesehen sind fĂŒnf Regionalzentren in MĂŒnchen, Köln, Karlsruhe, Hamburg und SaarbrĂŒcken. Frankfurt, Leipzig und Berlin bleiben erhalten. Generali Deutschland beschĂ€ftigt rund 9.100 Menschen.

Auch auf Konzernebene werden ZustĂ€ndigkeiten gebĂŒndelt. Die auf Vorschlag von CEO Philippe Donnet beschlossene Neuorganisation soll Entscheidungswege vereinfachen und Synergien stĂ€rken. Sie dient zugleich der Schlussphase des laufenden Strategieplans und der Vorbereitung des nĂ€chsten Strategiezyklus.

Ab 2. November 2026 ĂŒbernimmt Deputy CEO Giulio Terzariol zusĂ€tzliche Verantwortung fĂŒr Investmentmanagement, Operations, Marketing und Kunden sowie Sicherheit. Die Funktion des General Managers entfĂ€llt. Ab 1. Januar 2027 berichten fĂŒnf Versicherungsregionen an ihn.

FĂŒr Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen nebeneinander: Generali ordnet FĂŒhrung und Standorte neu, wĂ€hrend Barclays trotz erwarteter operativer StabilitĂ€t bei seiner zurĂŒckhaltenden Bewertung bleibt. Der organisatorische Umbau allein liefert der Bank bislang keinen Anlass fĂŒr ein positiveres Urteil.

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