Generali, MPS

Generali: MPS plant Übernahme von Banca Generali

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 17:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

MPS hält an den Geboten für Banco BPM und Banca Generali fest, während Generali im ersten Halbjahr 2026 die Analystenerwartungen übertraf.

MPS verfolgt Generali-Übernahme trotz möglicher Intesa-Offerte weiter
Abstraktes, professionelles Bild eines modernen Bankgebäudes im Finanzviertel bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Die Bestrebungen der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS), die Tochtergesellschaft Banca Generali zu übernehmen, sorgen für Bewegung im Umfeld des italienischen Versicherungskonzerns Assicurazioni Generali.

Wie Bloomberg am Montag berichtete, beabsichtigt MPS, ihre Gebote für Banco BPM und Banca Generali auch dann weiterzuverfolgen, falls das Institut selbst durch Intesa Sanpaolo übernommen werden sollte. Die Angebote wurden als unwiderruflich bezeichnet und stünden nicht unter dem Vorbehalt einer möglichen Übernahme von MPS durch Dritte.

Strategische Neuordnung im italienischen Bankensektor

Bereits am 21. August hatte Monte dei Paschi di Siena gleichzeitige und voneinander unabhängige Übernahmeangebote für die Banco BPM sowie die Banca Generali angekündigt.

Das Gesamtvolumen dieser Transaktionen in Form von Aktientauschen wird auf rund 34 Milliarden Euro geschätzt. Dabei entfällt auf die Banca Generali ein Wert von etwa 8,7 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge könnte der Zeitraum für die Annahme der Angebote in der ersten Hälfte des Dezembers beginnen und bis in die erste Februarhälfte 2027 andauern.

Die Verflechtungen zwischen den Akteuren sind eng. MPS hält über die Investmentbank Mediobanca bereits einen Anteil von 13,3 Prozent an Assicurazioni Generali.

Im Zuge der geplanten Transaktionen könnten Dividenden von MPS teilweise in Form von Generali-Aktien geleistet werden. Dies würde ein Volumen von rund 4,5 Prozent des Kapitals des italienischen Versicherers repräsentieren. Die Verselbstständigung der Banca Generali unter dem Dach von MPS würde die Struktur des Mutterkonzerns Assicurazioni Generali signifikant verändern.

Operative Entwicklung und Marktreaktion

Unabhängig von den Übernahmeaktivitäten präsentierte Assicurazioni Generali am 7. August die Geschäftsergebnisse für das erste Halbjahr 2026. Das Unternehmen verzeichnete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,68 Euro. Damit übertraf der Versicherer die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld von 1,46 Euro ausgegangen waren, um 15,1 Prozent. Die gebuchten Bruttotermin-Prämien summierten sich in diesem Zeitraum auf insgesamt 53,4 Milliarden Euro.

Die Analysten von JPMorgan hatten bereits am 18. August auf die Entwicklung reagiert und das Kursziel für Dezember 2027 von 44 Euro auf 46 Euro angehoben. Gleichzeitig stuften sie das Papier jedoch von „Overweight“ auf „Neutral“ herab. Als Grund für die vorsichtigere Einschätzung gaben die Experten an, dass das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken nach der jüngsten Kursentwicklung nun ausgewogener sei.

Am heutigen Freitag zeigt sich das Wertpapier an der Börse schwächer. Der aktuelle Kurs der ADR-Notierung liegt bei 25,73 USD, was einem Tagesrückgang von 2,8% entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Verluste weist der Titel im bisherigen Jahresverlauf eine positive Bilanz auf: Seit Jahresbeginn konnte die Aktie um 22% zulegen. Anleger beobachten nun genau, ob die für den Winter angekündigten Annahmefristen der MPS-Offerte planmäßig starten.

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