GLOBALFOUNDRIES Aktie: Fokus auf Photonik und Quanten
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 00:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
GlobalFoundries positioniert sich neu: weg vom Smartphone-Zulieferer, hin zum Spezialisten für KI-Rechenzentren, Automobilchips und Quantentechnologie. Auf der Goldman-Sachs-Technologiekonferenz zeichnete CEO Tim Breen ein Bild eines Unternehmens, das nicht an fehlender Nachfrage leidet, sondern an der Geschwindigkeit, mit der es neue Kapazitäten hochfahren kann.
Die Aktie schloss zuletzt bei 45,09 Dollar, nahezu unverändert. Spannender als der Tageskurs ist die strategische Neuausrichtung, die sich hinter den Zahlen verbirgt.
Vom Mobilfunk-Zulieferer zum Diversifikations-Modell
Mobile Endgeräte machten vor einigen Jahren noch mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Heute liegt der Anteil in der Mitte der 30-Prozent-Marke, langfristig soll er auf die Mitte der 20 sinken. Der Rückgang ist bewusst gewollt: Automobilchips haben sich von 2 Prozent Umsatzanteil vor fünf Jahren auf inzwischen etwa 20 Prozent entwickelt und liegen mittlerweile über 1,5 Milliarden Dollar.
Kommunikationsinfrastruktur und Rechenzentren wachsen laut Management aktuell um rund 60 Prozent — deutlich über dem langfristigen Zielkorridor von über 30 Prozent. Das Unternehmen hält an seinem Wachstumsziel von 10 bis 12 Prozent pro Jahr bis 2028 fest und sieht in mehreren Segmenten sogar Potenzial, diese Marke zu übertreffen.
Photonik und Stromversorgung als neue Wachstumstreiber
Bei der optischen Datenübertragung sieht GlobalFoundries den Wandel von Kupfer- zu Glasfaserverbindungen nicht mehr als offene Frage, sondern als Zeitfrage. Co-Packaged Optics sollen 2027 und 2028 in Produktion gehen, das Unternehmen arbeitet bereits mit mehr als 40 Photonik-Kunden zusammen.
Die selbst gesteckten Ziele von einer Milliarde Dollar Umsatz bis 2028 und zwei Milliarden bis 2030 gelten laut Management als konservativ, da die Nachfrage das aktuelle Angebot bereits übersteigt.
Auch im Bereich Stromversorgung für Rechenzentren positioniert sich GlobalFoundries: Gallium-Nitrid-Produkte werden bereits über den Partner Navitas an Rechenzentren geliefert, die eigene 55-Nanometer-BCD-Technologie befindet sich in Produktion. Der Übergang auf 800-Volt-Systeme in Rechenzentren, den das Management für Mitte bis Ende 2027 erwartet, dürfte diesem Geschäft einen weiteren Schub geben.
Staatliche Förderung für Quantentechnologie besiegelt
Konkreter wurde es beim Thema Quanten: GlobalFoundries hat mit dem US-Handelsministerium eine endgültige Vereinbarung über eine Förderung von bis zu 375 Millionen Dollar über fünf Jahre abgeschlossen, gebunden an definierte Meilensteine.
Das Geld fließt in die Quantum-Technology-Solutions-Sparte, die Kryo-CMOS-Technologien, fortschrittliche Verpackungstechnik und heterogene Integration für Quantencomputer-Hersteller entwickelt.
Zusammen mit einer bereits bestehenden Absichtserklärung über 300 Millionen Dollar für Photonik-Forschung unterstreicht der Deal, wie stark staatliche Programme mittlerweile die Investitionspläne des Unternehmens absichern.
Nach Unternehmensangaben ließe sich der Zeitrahmen für skalierbare Quantenfertigung durch solche Partnerschaften von fünf bis sechs Jahren auf etwa zwei Jahre verkürzen.
Auch im IP-Geschäft, aufgebaut durch sechs Übernahmen in den vergangenen zwei Jahren, sieht sich GlobalFoundries mittlerweile als zweitgrößter Anbieter von Prozessor-IP weltweit — mit einem angepeilten Umsatz von 100 bis 120 Millionen Dollar in diesem Jahr und einer langfristigen Zielmarke von einer Milliarde Dollar bis 2030.
Der Flaschenhals liegt nach eigener Einschätzung nicht in der Nachfrage, sondern in der Ausführung: Werkzeuginstallation, Produktqualifizierung und Kapazitätsaufbau bestimmen laut Breen, wie schnell das Unternehmen in den kommenden Jahren wachsen kann.
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