Gold: Chinesische Zentralbank kauft 21 Monate durch
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weltweit stocken Währungshüter ihre Bestände an physischem Gold weiter auf.
Treibende Kraft war erneut die chinesische Zentralbank, die im Berichtsmonat 20 Tonnen erwarb und ihre Serie damit auf 21 Monate in Folge ausbaute. Zudem meldete Polen Nettozukäufe von 8 Tonnen. Am Spotmarkt notiert das Edelmetall heute bei 4.338,83 USD je Feinunze und damit nahezu unverändert mit einem leichten Minus von 0,04 Prozent.
Die fortlaufenden Käufe der Währungshüter bilden eine verlässliche Stütze für den Markt. Während kurzfristig orientierte Anleger ihre Positionen häufig an Zinsbewegungen ausrichten, verfolgen Notenbanken langfristige strategische Ziele. Die Diversifikation der Währungsreserven bleibt dabei ein zentrales Motiv auf internationaler Ebene.
Hohe Zukaufbereitschaft für die kommenden Monate
Die Tendenz zu höheren Beständen dürfte in den Chefetagen der Notenbanken anhalten. Eine Umfrage des World Gold Council unter Zentralbanken ergab, dass 89 Prozent der befragten Institute in den kommenden zwölf Monaten von weltweit steigenden Goldreserven ausgehen. Zudem planen 45 Prozent der befragten Notenbanken, ihre eigenen Bestände aktiv aufzustocken.
Gleichwohl verläuft das laufende Jahr im Vergleich zum außergewöhnlich starken Vorjahr etwas verhaltener. Die weltweiten Zentralbankkäufe summierten sich von Jahresbeginn bis Juli auf rund 130 Tonnen, verglichen mit rund 160 Tonnen im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Gegenläufige Impulse aus der Geldpolitik
Auf der makroökonomischen Seite stehen den Zukäufen jedoch bremsende Faktoren gegenüber. Medienberichten zufolge schürten Inflationsdaten jüngst die Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Zinsanhebungen erhöhen typischerweise die Opportunitätskosten der zinslosen Edelmetallhaltung und dämpfen das Interesse westlicher Finanzinvestoren.
Im Spannungsfeld zwischen diesen Zinsaussichten und der anhaltenden Zentralbanknachfrage behauptet sich der Spotpreis jedoch auf hohem Niveau. Zum 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 USD besteht zwar noch ein deutlicher Abstand, doch die stetigen Käufe staatlicher Institutionen verhindern bislang tiefere Rücksetzer.
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