Gold, Indiens

Gold: Indiens Festsaison belebt die Nachfrage

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 18:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Indiens Goldkäufe beleben sich saisonal, doch Energiepreise und robuste US-Daten belasten weiterhin den internationalen Goldpreis.
Nahaufnahme von kunstvollem Goldschmuck auf dunklem Samt in einem traditionellen indischen Geschäft. Illustration mit AI erstellt.

Die saisonale Goldnachfrage in Indien hat vor der Fest- und Hochzeitssaison an Schwung gewonnen. Das wurde gestern berichtet. Für den Goldmarkt ist das ein positives Nachfragesignal, aber kein Gegengewicht zu allen Belastungen: Steigende Ölpreise und robuste US-Konjunkturdaten verstärkten zugleich die Inflations- und Zinssorgen. Damit treffen eine festere regionale Nachfrage und ungünstige gesamtwirtschaftliche Einflüsse aufeinander.

Der kleinere Abschlag begleitet die Belebung vor der indischen Fest- und Hochzeitssaison. Für Anleger liegt darin ein wichtiges Gegensignal zur schwachen Preisentwicklung: Die Nachfrage entwickelt sich nicht überall im Gleichschritt mit dem internationalen Goldpreis. Eine Aussage über eine weltweite Nachfragewende lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Auch die Handelsströme zeigen regionale Unterschiede. Die Schweizer Goldexporte stiegen im September gegenüber August um 6 % auf 165,2 Tonnen. Davon entfielen 126,2 Tonnen auf Großbritannien.

Die am Dienstag veröffentlichten Exportdaten bilden einen früheren Zeitraum ab als die jüngsten Angaben zur indischen Nachfrage. Sinkende Lieferungen und eine spätere saisonale Belebung stehen deshalb nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander. Entscheidend ist die zeitliche Trennung der beiden Beobachtungen.

Nach China gingen die Schweizer Lieferungen im September auf 12,7 Tonnen zurück. Nach Indien sanken sie auf 3,1 Tonnen.

Energiepreise begrenzen die Entlastung

Der internationale Goldmarkt stand unterdessen unter dem Einfluss der Energiepreise. Reuters zufolge schürten Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien Sorgen über mögliche Störungen der Energieversorgung. Öl verteuerte sich am Donnerstag um rund 4 % auf ein Fünfmonatshoch.

Die damit verbundenen Inflations- und Zinssorgen belasteten Gold. Zusammen mit robusten US-Konjunkturdaten erklärt das, weshalb die stärkere saisonale Nachfrage in Indien bislang keine breite Entlastung brachte. Der Goldpreis beendete den Freitag bei 3.997,48 USD je Feinunze und spiegelte damit den anhaltenden Preisdruck wider.

Als nächste Terminanker folgen die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve am 27.–28. Oktober und die US-PCE-Preisdaten am 29. Oktober. Für die Einordnung bleibt entscheidend, beide Seiten auseinanderzuhalten: Indiens Nachfrage gewinnt saisonal an Kraft, während Energiepreise und US-Konjunktur das internationale Preisumfeld belasten. Das regionale Nachfragesignal ist positiv, bestätigt aber noch keine Trendwende bei Gold.

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