Gold, Rally

Gold: Ölpreise bremsen Rally

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 20:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steigende Ölpreise verstärken Inflationsängste und Fed-Zinserwartungen, wodurch die Gold-Erholung trotz bullischem Trend ins Stocken gerät.

Gold-Rally stockt: Ölpreise und Inflationssorgen bremsen Edelmetall
Ein Goldbarren liegt auf einer dunklen Oberfläche vor einem unscharfen Hintergrund, der eine Ölraffinerie andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gold hat sein Zweimonatshoch erreicht und tritt seitdem auf der Stelle. Der Grund liegt ausgerechnet beim Öl: Steigende Rohölpreise schüren neue Inflationssorgen und halten die Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der Fed am Leben. Das bremst die Erholung des Edelmetalls trotz des grundsätzlich bullischen Trends.

Die Feinunze kostete zuletzt 4.384 Dollar, rund 6 Dollar weniger als am Vortag. Nach einem kräftigen Anstieg zu Wochenbeginn zogen sich die Notierungen im Tagesverlauf zurück. Auslöser für die Nervosität an den Märkten ist die Lage rund um die Straße von Hormus: Sollte sich der Iran-Konflikt weiter zuspitzen und die wichtige Öl-Route dauerhaft blockiert bleiben, würde das die Inflationserwartungen zusätzlich anheizen — mit Folgen für die Zinspolitik der US-Notenbank.

Fed-Erwartungen als Taktgeber

Höhere Ölpreise lenken Kapital tendenziell vom zinslosen Gold weg, weil sie die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Geldpolitik erhöhen. Genau das drückt aktuell auf die Kurse, obwohl der enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag die Zinserwartungen eigentlich zuvor gedämpft hatte. Der 100-Tage-Durchschnitt fungiert charttechnisch als unmittelbarer Widerstand, den Gold bislang nicht überwinden konnte.

Institutionelle Anleger bleiben trotz der kurzfristigen Schwäche konstruktiv gestimmt. Berenberg etwa hat die eigene Goldposition zuletzt aufgestockt und verweist auf ein Wochenplus von fast acht Prozent, das dem Edelmetall gelungen war, bevor die aktuelle Verschnaufpause einsetzte. Die Vermögensverwaltung sieht in niedrigeren Leitzinserwartungen einen strukturellen Rückenwind, der über die kurzfristigen Öl-Schwankungen hinausreicht.

Entscheidend für die kommenden Tage dürften die US-Verbraucherpreise für Juli sein, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Erwartet wird ein leichter Rückgang der Inflationsrate auf 3,4 Prozent. Bestätigt sich das, könnte der Druck auf die Fed-Zinserwartungen nachlassen und Gold neuen Spielraum für einen Ausbruch über den 100-Tage-Durchschnitt verschaffen.

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