Gold: Starke US-Daten drücken Preis
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 07:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Goldpreis steht unter dem Eindruck überraschend robuster Wirtschaftsdaten aus den USA. Steigende Renditen an den Anleihemärkten und wieder aufflammende Zinssorgen dämpften das Interesse an dem zinslosen Edelmetall im Wochenverlauf spürbar. Am Freitag ging die Feinunze mit 4.288,69 USD aus dem Handel, was einem leichten Tagesplus von 0,5 Prozent entsprach.
Zinsdruck durch starke US-Wirtschaftsaktivität
Auslöser des jüngsten Preisdrucks waren robuste Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Am Mittwoch kletterte der Einkaufsmanagerindex von S&P Global auf 58,4 Punkte. Analysten hatten zuvor lediglich mit 55,2 Zählern gerechnet. Der Wert signalisiert die stärkste Zunahme der US-Geschäftsaktivität seit über fünf Jahren. In der Folge gab der Goldpreis zunächst auf 4.282,81 USD nach.
Gestern verstärkten sich die geldpolitischen Sorgen weiter. An den Terminmärkten kletterte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im Oktober auf rund 70 Prozent.
Attraktivere Renditen festverzinslicher Papiere schmälern typischerweise die Nachfrage nach Edelmetallen, da diese keine laufenden Erträge abwerfen.
Physische Nachfrage bildet Gegenpol
Dem makroökonomischen Gegenwind steht jedoch ein anhaltend starkes Kaufinteresse aus Asien gegenüber. Medienberichten zufolge überstiegen die chinesischen Goldimporte bis einschließlich August die Marke von 1.000 Tonnen. Damit übertrafen die Einfuhren bereits nach acht Monaten das Gesamtniveau des Jahres 2025. Die ausgeprägte Investitionsnachfrage vor Ort sorgte dafür, dass die Inlandspreise in China über dem weltweiten Referenzpreis blieben.
Auch von institutioneller Seite erhält der Markt fundamentale Unterstützung. Nach Angaben des World Gold Council beliefen sich die weltweiten Nettokäufe der Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 auf 288,9 Tonnen. Dies bedeutet einen Anstieg um 62,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zudem signalisierte eine von Bloomberg im Juni 2026 aufgegriffene Umfrage des World Gold Council und YouGov anhaltendes Interesse: 45 Prozent der 74 befragten Notenbanken erklärten die Absicht, ihre Bestände auf Jahressicht aufzustocken.
Konsolidierung unterhalb des Rekordniveaus
Die gegensätzlichen Kräfte spiegeln sich im Kursverlauf wider. Nach kräftigen Gewinnen zu Jahresbeginn notiert das Edelmetall derzeit 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von Ende Januar.
Während die straffere Zinslandschaft in den USA die Notierungen kurzfristig deckelt, verhindern die kontinuierlichen Erwerbe der Zentralbanken sowie der robuste asiatische Markt einen tieferen Einbruch. Die Marktteilnehmer richten ihre Blicke nun auf die kommenden geldpolitischen Signale der Federal Reserve.
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