Gold, Zentralbanken

Gold: Zentralbanken kaufen 289 Tonnen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hohe US-Renditen belasten Gold, während Zentralbankkäufe den Verkaufsdruck teilweise abfedern.

Goldpreis erholt sich leicht, bleibt aber unter Druck durch US-Zinsen
Mehrere glänzende Goldbarren auf einem dunklen Holztisch in einer professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Goldpreis ringt vor dem Wochenende um eine tragfähige Unterstützung. Nach deutlichen Abgaben in den vorangegangenen Tagen erholt sich das Edelmetall heute leicht und notiert bei 4.303,20 USD je Feinunze, was einem Zuwachs von 0,9 Prozent entspricht. Auf Wochensicht zeichnet sich dennoch ein spürbarer Verlust ab.

US-Zinserwartungen belasten das Edelmetall

Hauptgrund für den jüngsten Abwärtsdruck sind die gestiegenen Renditen am US-Anleihemarkt sowie die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik in den Vereinigten Staaten.

Laut Reuters erreichten die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen zuletzt Niveaus nahe den Höchstständen seit rund zwei Jahrzehnten. Die Federal Reserve hatte in der vergangenen Woche die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Es war der erste derartige Zinsschritt seit drei Jahren.

An den Terminmärkten wird eine Fortsetzung dieses Kurses bereits eingepreist. Für Anleger bedeuten sprunghaft gestiegene Renditen bei Festverzinslichen eine wachsende Konkurrenz zum zinslosen Edelmetall.

Die veränderten Zinserwartungen dämpften in den vergangenen Wochen die Investitionsbereitschaft an den Rohstoffmärkten. Neben Umschichtungen in Anleihen bremste auch ein zeitweise festerer US-Dollar das Interesse, da das in Dollar gehandelte Edelmetall für Käufer außerhalb der US-Währung dadurch kostspieliger wird.

Zentralbanken stützen die globale Nachfrage

Als wichtiges Gegengewicht zu den Zinsängsten erweist sich weiterhin die physische Nachfrage der Notenbanken. Nach Angaben des World Gold Council erwarben die weltweiten Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold. Besonders aktiv zeigte sich die chinesische Notenbank, die ihre Bestände bis Ende Juli den 21. Monat in Folge ausbaute.

Einer Erhebung des World Gold Council zufolge gehen 89 Prozent der befragten Währungsmanager davon aus, dass die weltweiten Zentralbankreserven in den kommenden zwölf Monaten weiter anwachsen werden. Diese kontinuierlichen Zukäufe fingen einen Teil des Verkaufsdrucks auf und verhinderten tiefere Rücksetzer im Markt.

Prognosen der Analysten und Marktlage

Angesichts der hartnäckigen Zinssituation passten Research-Häuser ihre Erwartungen an. Die Analysten von JPMorgan bezifferten ihre Prognose für den durchschnittlichen Goldpreis im dritten Quartal 2026 auf 4.300 USD je Feinunze. Für das vierte Quartal stellt das Institut einen Schnitt von 4.500 USD in Aussicht.

Trotz der heutigen Stabilisierung bleibt der Abstand zu den Rekordständen des laufenden Jahres deutlich. Nach einer mehrmonatigen Konsolidierung notiert das Edelmetall rund 23 Prozent unter seinem Ende Januar markierten 52-Wochen-Hoch. Ob der Markt auf dem aktuellen Niveau einen tragfähigen Boden ausbilden kann, dürfte maßgeblich von den nächsten geldpolitischen Signalen der US-Notenbank abhängen.

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