Gold: Zijin scheitert an Allied-Übernahme
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 23:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gold notiert am Montag bei 4.430,98 US-Dollar je Feinunze und gibt damit 0,5 Prozent nach. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 4,8 Prozent, seit dem gestrigen Auftritt von Fed-Chef Warsh mit Signalen für eine striktere Geldpolitik hat sich der Abwärtsdruck verstärkt.
Ein neuer US-Militärschlag in der Straße von Hormus trieb am Wochenende zusätzlich den Ölpreis nach oben und belastete parallel den Goldpreis, da Anleger in geopolitisch angespannten Phasen mitunter auch bei Edelmetallen Kasse machen.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die strukturelle Nachfrageseite intakt. Die Polnische Nationalbank hat sich seit Jahresbeginn mit einem Nettokauf von 82 Tonnen als aktivste Zentralbank der Welt positioniert.
Warschau verfolgt dabei einen Mehrjahresplan, der die Reserven auf 700 Tonnen ausbauen soll. Auch Usbekistan mit 16,5 Tonnen und Kasachstan mit 6,5 Tonnen zählten bereits im Vorjahr zu den aktivsten Käufern und setzten ihre Aufstockung fort.
China stuft Gold als strategisches Mineral ein
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in China. Ein 2025 vorgelegter Aktionsplan, den neun Ministerien und Behörden gemeinsam getragen haben, stuft Gold als strategisches Mineral und als Fundament der finanziellen und industriellen Sicherheit ein. Diese offizielle Einordnung unterstreicht den langfristigen Charakter der chinesischen Goldstrategie, die über reine Portfoliodiversifikation hinausgeht.
Auf der Produktionsseite zeigt sich ein differenziertes Bild: Laut dem Verband China Gold Association legte die Auslandsproduktion der führenden chinesischen Miner 2025 um 25 Prozent auf 90 Tonnen zu, während die heimische Förderung nur um 1 Prozent auf 381 Tonnen wuchs.
Die Expansionsstrategie stößt allerdings zunehmend auf regulatorische Grenzen: Zijin konnte seine vier Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des kanadischen Produzenten Allied Gold nicht abschließen, was laut S&P Global die wachsenden Hürden für grenzüberschreitende Übernahmen im Bergbausektor verdeutlicht.
Sinkende Lagerbestände als zusätzlicher Faktor
Zum strukturellen Nachfragebild passt die Entwicklung an der COMEX: Die registrierten Goldbestände sind auf 14,51 Millionen Feinunzen gefallen und liegen damit bereits seit Ende Juni unter der Marke von 15 Millionen Feinunzen.
Sinkende Lagerbestände gelten am Terminmarkt traditionell als Indiz für physische Verknappung und können mittelfristig stützend wirken, auch wenn sie kurzfristig von geldpolitischen und geopolitischen Nachrichten überlagert werden.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig dominieren die Zinserwartungen nach den Warsh-Äußerungen sowie die geopolitische Nachrichtenlage rund um die Straße von Hormus den Handel. Mittel- bis langfristig sprechen jedoch die anhaltend hohen Zentralbankkäufe aus Polen, Zentralasien und die strategische Neuausrichtung Chinas für eine robuste strukturelle Nachfrage, die den aktuellen Rücksetzer relativieren könnte.
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