Goldman Sachs Aktie: Beat ohne Kursfeuerwerk
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman Sachs liefert im dritten Quartal klar bessere Zahlen als erwartet, doch der Kurs bleibt unbeeindruckt. Die vorbörsliche Euphorie verpuffte im Handelsverlauf weitgehend. Die Aktie notiert rund 22 Prozent unter ihrem Jahreshoch.
Aktiengeschäft und Beratung treiben
Die Erträge lagen bei 18,7 Milliarden Dollar, erwartet waren etwa 16,9 Milliarden. Der Gewinn je Aktie erreichte 17,01 Dollar, Analysten hatten mit gut 13 Dollar gerechnet. Es ist das zweithöchste Quartalsergebnis der Firmengeschichte, hinter dem zweiten Quartal.
Den Ausschlag gab der Aktienhandel mit 6,44 Milliarden Dollar Ertrag, ein Plus von 72 Prozent zum Vorjahr. Das Finanzierungsgeschäft mit Hedgefonds erzielte einen Rekord. Die Beratung erreichte mit 1,65 Milliarden Dollar ebenfalls einen Höchstwert, getragen von mehr abgeschlossenen Übernahmen.
Schwächer fiel der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen aus: 3,47 Milliarden Dollar, unter der Markterwartung von 3,72 Milliarden. CEO David Solomon hatte diese relative Schwäche bereits im Vorfeld angedeutet.
Vermögensverwaltung wächst, Apple Card belastet
Die Vermögensverwaltung steigerte die Erlöse um 14 Prozent. Die verwalteten Vermögen erreichten mit 4,10 Billionen Dollar einen Rekord, lagen aber leicht unter den Markterwartungen. Beim Sammeln von Geldern für alternative Anlagen liegt das Haus vor Plan, das Jahresziel wurde auf rund 150 Milliarden Dollar angehoben.
Die Sparte Platform Solutions bleibt dagegen ein Sorgenkind. Ihre Erlöse brachen um 72 Prozent ein, wegen Abschreibungen auf das Apple-Card-Portfolio. Unter dem Strich stand ein Vorsteuerverlust von 95 Millionen Dollar.
Dazu kamen Spenden, die den Gewinn je Aktie um etwa einen Dollar drückten. Die Aufwendungen stiegen um 20 Prozent, vor allem wegen höherer Boni und transaktionsbezogener Kosten.
Warum der Markt zögert
Der Auftragsbestand im Investmentbanking sank gegenüber dem Vorquartal, vor allem in der Beratung. Zudem sinken die Gewinnschätzungen: Die Konsensprognosen für den Gewinn je Aktie wurden binnen 90 Tagen um knapp 24 Prozent gesenkt. Für das vierte Quartal erwartet der Markt 15,10 Dollar je Aktie, nach 17,01 Dollar jetzt.
Solomon setzt auf Finanzierungsgeschäfte, die er als „größere und beständigere Komponente" des Marktgeschäfts beschreibt. Als Wachstumsfeld nannte er die Finanzierung von KI-Rechenzentren. Einen Nachfolgeprozess gebe es nicht. Zwei Zukäufe, NEOS Investments und LCN Capital Partners, sind vereinbart.
Aktionäre bekamen im Quartal 4,49 Milliarden Dollar zurück, davon drei Milliarden über Aktienrückkäufe. Die Quartalsdividende liegt bei 5,00 Dollar je Aktie. Das nächste Kapitel schreibt die Bank mit den Zahlen zum vierten Quartal, deren Termin noch nicht feststeht.
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