Goodman, Aktie

Goodman Aktie: Einstieg bei NextDC

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 02:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goodman und Digital Realty sichern sich bis zu 9,9 Prozent an NextDC; ein späteres Übernahmeangebot bleibt offen.
Moderne Serverräume in einem Rechenzentrum mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für digitale Infrastrukturinvestitionen. Illustration mit AI erstellt.

Goodman wagt sich mit einem Partner an einen der angeschlagensten Namen der australischen Datacenter-Branche. Gemeinsam mit Digital Realty sicherte sich der Immobilien- und Infrastrukturkonzern ein Aktienpaket von bis zu 9,9 Prozent an NextDC. Die Goodman-Aktie legte daraufhin um rund vier Prozent auf 28,01 australische Dollar zu.

Der Deal im Detail

Die beiden Unternehmen handelten über einen gemeinsam kontrollierten Trust. Am Mittwochabend lief ein sogenanntes Aftermarket-Bookbuild, der Preis lag bei 9,50 australischen Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 45,5 Prozent auf den Schlusskurs von NextDC. Das Volumen beträgt rund 715 Millionen australische Dollar.

NextDC bestätigte den Vorgang in einer Börsenmitteilung. Der Verwaltungsrat nannte den Schritt "opportunistisch". Die Aktie des Datacenter-Betreibers sprang zeitweise um mehr als 40 Prozent.

Der Zeitpunkt ist auffällig. Erst Ende Oktober hatte NextDC Stromverzögerungen an seinem Standort M3 in Melbourne gemeldet und die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 deutlich gekappt. Der Kurs brach damals an einem Tag um etwa 40 Prozent ein, rund drei Milliarden australische Dollar Börsenwert verschwanden.

Übernahme nicht ausgeschlossen

Die Käufer ließen Investoren wissen, dass sie derzeit keine formelle Übernahme planen. Das Recht darauf behalten sie sich ausdrücklich vor. Der Markt liest das als offene Tür für ein späteres Gesamtangebot.

Operatives Update liefert die Begründung

Goodman legte am selben Tag das Update zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Der Konzern bekräftigte sein Ziel, das operative Ergebnis je Wertpapier um neun Prozent zu steigern. Das gesamte Immobilienportfolio beziffert er auf 90 Milliarden australische Dollar.

Rechenzentren machen inzwischen 79 Prozent der laufenden Entwicklungsprojekte aus. Die globale Stromreserve wuchs auf 6,6 Gigawatt. Gerade Strom gilt in der Branche als Engpass, und genau daran war NextDC zuletzt gescheitert. Marktbeobachter werten den Einstieg daher als Versuch, die Präsenz in digitaler Infrastruktur auszubauen.

Der Gesamtmarkt half zusätzlich: Der australische Leitindex ASX 200 gewann nahezu zwei Prozent, nachdem die Wall Street nach den US-Zwischenwahlen kräftig zugelegt hatte.

Ob Goodman und Digital Realty aus dem Minderheitsanteil ein Übernahmeangebot machen, ist offen. Ein formelles Angebot würde zunächst eine Ankündigung der beiden Partner voraussetzen.

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