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Guangzhou Automobile Group Ltd (H) Aktie: GAC übernimmt FAW-JV-Anteile

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GAC tauscht Joint-Venture-Anteile gegen neue Aktien; FAW steigt zum zweitgrößten Anteilseigner auf.

GAC ordnet Eigentümerstruktur neu und bindet FAW strategisch ein
Moderne, automatisierte Fertigungshalle in der Automobilindustrie mit präzisen Roboterarmen. Illustration mit AI erstellt.

Die Guangzhou Automobile Group (GAC) stellt ihre Eigentümerstruktur im Zuge der Branchenbereinigung in China neu auf. Demnach übernimmt GAC einen Teil von FAWs Anteil an einem Automobil-Joint-Venture. Im Gegenzug gibt GAC neue A-Aktien aus, wodurch FAW zum zweitgrößten Aktionär mit strategischem Einfluss aufsteigt.

Einstieg über Aktienausgabe und Joint-Venture-Anteile

Für die Papiere an der Börse in Shanghai soll der Handelsstopp höchstens zehn Handelstage andauern. Finanzielle Bewertungsdetails und die exakte Höhe des künftigen FAW-Aktienanteils wurden zunächst nicht beziffert.

An den europäischen Handelsplätzen reagierten Anleger positiv auf die Ankündigung der Neuordnung. Im heutigen Handel kletterte der Aktienkurs um 9,9 Prozent auf 0,2910 Euro.

Trotz dieser kurzfristigen Erholung spiegelt der Kursverlauf die anhaltenden Herausforderungen der Branche wider: Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier noch immer ein Minus von 34 Prozent. Die chinesische Wettbewerbsbehörde NDRC hatte erst kürzlich Unterstützung für Zusammenschlüsse signalisiert, um industrielle Kapazitäten im hart umkämpften Inlandsmarkt gezielt zu bündeln.

Hoher Margendruck treibt staatliche Konsolidierung

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Belastungen durch den chinesischen Preiskrieg. GAC wies für das erste Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 4,5 Milliarden Renminbi aus, was einem Anstieg des Fehlbetrags um 76 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Gleichzeitig gaben die Verkäufe des Gemeinschaftsunternehmens GAC-Toyota im ersten Halbjahr um 6,3 Prozent nach.

Der Zusammenschluss soll Skaleneffekte heben und überschüssige Produktionsressourcen abbauen. In ganz China buhlen mehr als 140 Marken um Marktanteile, während die heimische Automobilproduktion die Inlandsnachfrage spürbar übersteigt.

Die engere Verzahnung der beiden Großkonzerne könnte vor allem bei den jeweiligen Toyota-Gemeinschaftsbetrieben für Effizienzsteigerungen sorgen, da auch FAW-Toyota im ersten Halbjahr einen Verkaufsrückgang von 27,4 Prozent verbuchte.

Technologische Weichenstellungen und neue Standorte

Parallel zur Eigentümerumstrukturierung treibt der Konzern neue Geschäftsfelder voran. Die Flugtaxi-Tochter Gove AirCab vereinbarte die Errichtung eines Fertigungshauptsitzes im Areal Taizhou Bay New Area. Für die erste Phase ist ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Renminbi vorgesehen, wobei der Baubeginn für das vierte Quartal 2026 angesetzt ist. Das Werk soll perspektivisch eine Jahreskapazität von 1.000 Einheiten erreichen.

Zugleich meldete der Konzern technische Erfolge bei elektrischen Antrieben. Bei der 51. Internationalen Erfindermesse in Genf erhielt das Antriebssystem Quark Electric Drive 2.0 eine Goldmedaille mit Jury-Auszeichnung. Das System, das auf ultradünne amorphe Stator-Kerne setzt, soll laut Unternehmensangaben einen Motorwirkungsgrad von bis zu 99,03 Prozent erreichen und den Weg in künftige Serienmodelle finden.

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