HB Fuller Aktie: Aktivist greift Portfolio an
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 23:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ancora Holdings macht Ernst. Der Finanzinvestor hat H.B. Fuller offiziell aufgefordert, die Sparte Building Adhesive Solutions zu verkaufen — und gleich einen Preis genannt: zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Dollar in bar. Der Konzern hat den Eingang des unaufgeforderten Angebots bestätigt.
Ganz neu ist der Vorstoß nicht. Ancora hatte sich bereits Anfang Juli privat an CEO Celeste Mastin und Board-Chefin Rasmussen gewandt, um über eine mögliche Ausgliederung der Sparte zu sprechen. Nach eigener Darstellung blieb eine substantielle Reaktion aus. Diese Woche entschied sich der Investor deshalb, den Vorschlag öffentlich zu machen.
Timing mit Kalkül
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Ancora verweist in seinem Schreiben ausdrücklich auf die parallel laufende Übernahme von Advanced Medical Solutions Group. Deren Aktionäre haben heute mit über 84 Prozent der Stimmen dem Scheme of Arrangement zugestimmt — ein wichtiger Meilenstein für den Deal, der im dritten oder vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll. Die Wettbewerbsbehörde CMA signalisierte bereits, keine weiteren Fragen zu haben.
Genau hier setzt Ancora an: Der Investor argumentiert, ein Verkauf der margenschwächeren BAS-Sparte in einem fragmentierten Markt würde die Entschuldung beschleunigen und dem Management erlauben, sich voll auf die Integration von AMS sowie das laufende Programm "Project Quantum Leap" zu konzentrieren. Als weiteren Hebel bringt Ancora seine Kooperationsvereinbarung mit Ashland ins Spiel — ein Hinweis darauf, dass der Investor durchaus bereit ist, öffentlichen Druck aufzubauen, wenn Gespräche hinter verschlossenen Türen nicht vorankommen.
Ball liegt beim Board
H.B. Fuller reagierte zurückhaltend, aber nicht ablehnend: Vorstand und Aufsichtsrat wollen den Vorschlag gemeinsam mit Finanz- und Rechtsberatern prüfen. Eine Festlegung gibt es damit noch nicht — weder für noch gegen den Verkauf der Sparte.
Für Ancora steht viel auf dem Spiel. Mit einem verwalteten Vermögen von 11,7 Milliarden Dollar tritt der Investor selbstbewusst auf und lässt keinen Zweifel daran, dass er die AMS-Übernahme kritisch sieht. Wie das Board reagiert, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen — parallel zum weiteren Verlauf des AMS-Deals, der nun noch die gerichtliche Bestätigung und die Eintragung beim Registrar of Companies benötigt.
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