Hedef, Holdings

Hedef Holdings: Milliardenverbindlichkeit nicht bezahlt

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 14:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EingeschrĂ€nkte Finanzierung und blockierte LiquiditĂ€t belasten Hedef Holding; ĂŒber den Antrag auf geĂ€nderte Kreditbedingungen ist noch nicht entschieden.

Hedef Holding zahlt 1,079 Milliarden TL nicht fristgerecht zurĂŒck
Ein modernes BĂŒrogebĂ€ude in der DĂ€mmerung, das ein Unternehmen reprĂ€sentiert. Illustration mit AI erstellt.

Die tĂŒrkische Finanzholding Hedef Holding befindet sich in akuten Zahlungsschwierigkeiten. Das Unternehmen gab bekannt, eine gestern fĂ€llig gewordene Geldmarktverbindlichkeit (BPP) in Höhe von 1.079.264.813 TL nicht fristgerecht beglichen zu haben. An der Börse reagierten die Anleger mit massiven VerkĂ€ufen: Der Aktienkurs verlor heute 10 Prozent und fiel auf 9,27 TRY, womit das Papier ein neues 52-Wochen-Tief markierte.

Ursachen fĂŒr die ZahlungsunfĂ€higkeit

Das Unternehmen nannte mehrere Auslöser fĂŒr das Ausbleiben der fristgerechten Tilgung. Medienberichten zufolge verwies die Holding auf Vermögensmaßnahmen, die im Rahmen einer laufenden Untersuchung gegen ihren MehrheitsaktionĂ€r verhĂ€ngt wurden. Dadurch seien die Finanzierungsmöglichkeiten des Konzerns spĂŒrbar eingeschrĂ€nkt.

ZusĂ€tzlich fehle dem Unternehmen derzeit der Zugriff auf liquide Mittel aus abgewickelten Fondsstrukturen. Als Reaktion auf den eingetretenen Zahlungsverzug stellte die Holding gestern einen Antrag auf VerlĂ€ngerung der Laufzeit sowie eine Anpassung der Kreditkonditionen. Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine Pflichtmitteilung zu seiner KreditwĂŒrdigkeit veröffentlicht.

Aufsichtsbehörde und Ratingagentur verschÀrften Druck

Der Zahlungsausfall folgt auf eine Serie von RĂŒckschlĂ€gen im September. Die tĂŒrkische Kapitalmarktaufsicht Sermaye Piyasas? Kurulu (SPK) hatte am 17. September die Liquidation von 31 Investmentfonds beschlossen, die von der Konzerntochter Hedef Portföy verwaltet wurden.

Hedef Portföy erklĂ€rte am 21. September, dass die Fonds-Handelsplattform TEFAS AuftrĂ€ge fĂŒr ihre Produkte ausgesetzt habe, und bezifferte das Volumen von 13 betroffenen Fonds zum 18. September auf rund 31 Milliarden TL.

Die Ratingagentur Turkrating setzte am 23. September sĂ€mtliche BonitĂ€tsnoten der Holding auf „ASKIDA“ (ausgesetzt), nachdem sie das Institut zwei Tage zuvor unter Beobachtung gestellt hatte. Als Grund nannte Turkrating negative Auswirkungen der laufenden Verfahren auf die Finanzstruktur, die SchuldendienstfĂ€higkeit und das operative GeschĂ€ft der Gruppe sowie ihrer Töchter ?nfo Yat?r?m und Hedef Portföy.

FĂŒhrungswechsel und drohende Restrukturierung

Auch an der FĂŒhrungsspitze kam es zu Verwerfungen. Am 17. September trat Nam?k Kemal Gökalp von seinen VorsitzĂ€mtern bei der Holding und ihren Beteiligungen zurĂŒck. FĂŒr die Nachfolge an der Spitze des Gremiums wurde Mehmet Ziya Gökalp benannt.

Ob die GlĂ€ubiger dem Antrag auf Stundung und Anpassung der Konditionen fĂŒr die fĂ€llige Milliardenverbindlichkeit zustimmen, ist offen. FĂŒr die Unternehmensgruppe hĂ€ngt die kurzfristige HandlungsfĂ€higkeit maßgeblich davon ab, ob ein Stillhalteabkommen erreicht und der Zugriff auf blockierte LiquiditĂ€tsreserven wiederhergestellt werden kann.

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