Heidelberger Druckmaschinen Aktie: Neue Wetten auf Batterien
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 11:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während das Kerngeschäft schwächelt, baut Heidelberger Druckmaschinen munter an neuen Standbeinen. Batteriespeicher, Drohnenabwehr, Zukäufe im Maschinenbau – der Konzern fährt aktuell mehrgleisig. Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 zeigen derweil, wie sehr das traditionelle Geschäft unter Druck steht.
Schwaches Quartal, bestätigte Jahresziele
Der Umsatz sank in den drei Monaten bis Ende Juni um gut 13 Prozent auf 404 Millionen Euro. Der Auftragseingang gab auf 537 Millionen Euro nach, wobei allein das Auslaufen eines staatlich geförderten Investitionsprogramms in Italien mit einem Rückgang von über 60 Millionen Euro zu Buche schlug. Das bereinigte Ebitda brach von 20 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch eine Million Euro ein, unter dem Strich stand ein Verlust von 32 Millionen Euro.
Regional zeigt sich ein gespaltenes Bild: China, Großbritannien und Brasilien legten zu, während die Region Europa, Naher Osten und Afrika deutlich schwächelte. Der Vorstand um Jürgen Otto bestätigte dennoch die Jahresprognose – stabiler Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und eine spürbar verbesserte Ebitda-Marge sollen es am Ende richten.
Zukäufe stärken das Kerngeschäft
Abseits der Zahlen treibt Heidelberg seine Transformation zum breiter aufgestellten Technologiekonzern voran. Mit der Übernahme des manroland-sheetfed-Lifecycle-Geschäfts sowie der vollständigen Übernahme der POLAR-Weiterarbeitungssysteme sichert sich das Unternehmen zusätzliche Marktanteile im Bogenoffset-Geschäft – inklusive der Rechte an der Roland 900 und dem Cartonmaster im Großformat.
Parallel expandiert die Tochter ONBERG im Verteidigungssektor. Auf der Luft- und Raumfahrtmesse in Berlin unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung für ein Joint Venture mit dem ukrainischen Drohnenhersteller Skyeton, um unbemannte Luft-Boden-Systeme zur Drohnenabwehr zu entwickeln. In Brandenburg betreibt ONBERG bereits seit Juli einen Live-Hub, an dem Behörden und Streitkräfte die Technologie testen können.
Ein drittes Standbein entsteht im Energiesektor: HD Advanced Technologies steigt gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen PHENOGY in die Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriespeichern ein. Geplant ist zudem ein Joint Venture zur industriellen Produktion von Batteriezellen, das auf der Zellchemie von PHENOGY und einem Druckverfahren von Heidelberg aufbaut.
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob diese Diversifizierung ausreicht, um den strukturellen Rückgang im klassischen Maschinengeschäft auszugleichen. Ab Oktober übernimmt zudem Christoph Burkhard, bislang bei Wacker Neuson tätig, den Posten des Finanzvorstands und soll den Konzern bei Cashflow und Kapitalmarktauftritt unterstützen.
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