Hiag Immobilien Aktie: Gewinn springt trotz weniger Miete
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Immobilienunternehmen, das im KerngeschĂ€ft weniger Mieteinnahmen verbucht und trotzdem den Reingewinn fast verdoppelt â das klingt zunĂ€chst widersprĂŒchlich. Bei Hiag Immobilien erklĂ€rt sich das RĂ€tsel schnell: VerkĂ€ufe, Projektentwicklung und Aufwertungen ziehen das Ergebnis nach oben, wĂ€hrend das klassische VermietungsgeschĂ€ft strategisch verschlankt wird.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Reingewinn um rund 90 Prozent auf 85 Millionen Franken. Selbst ohne Neubewertungseffekte legte der Gewinn um 80 Prozent auf knapp 37 Millionen Franken zu.
Der Liegenschaftsertrag dagegen sank um 3,3 Prozent auf 38 Millionen Franken â eine Folge gezielter ImmobilienverkĂ€ufe im Rahmen der sogenannten Kapital-Recycling-Strategie.
Vermietung lÀuft besser als die Zahlen zeigen
Auf vergleichbarer Basis, also ohne die verkauften Objekte, wuchs der Mietertrag um 3,8 Prozent. Die Leerstandsquote fiel auf ein Rekordtief von 2,8 Prozent, ohne die neu entwickelten GewerbeflĂ€chen sogar unter 2 Prozent. Das Elcho-Projekt in ZĂŒrich-Altstetten war innerhalb weniger Wochen nach Fertigstellung komplett vermietet.
Der Portfoliowert kletterte auf rund 2,1 Milliarden Franken, getragen von Neubewertungsgewinnen in Höhe von 53,4 Millionen Franken. Besonders das Entwicklungsportfolio legte zu, wÀhrend das Bestandsportfolio moderater wuchs. ZusÀtzlichen Schub lieferte das Kama-Projekt in Cham, das im Halbjahr mit 20,3 Millionen Franken zum Ergebnis beitrug.
Bilanz bleibt konservativ
Die Eigenkapitalquote liegt bei 56,4 Prozent, die Netto-Verschuldungsquote bei 39,2 Prozent â deutlich unter der selbst gesetzten Obergrenze von 45 Prozent.
Das Finanzierungsvolumen wuchs um 50 Millionen auf 830 Millionen Franken, unter anderem gestĂŒtzt durch eine zu Jahresbeginn platzierte grĂŒne Anleihe ĂŒber 100 Millionen Franken mit FĂ€lligkeit 2033 und einem Kupon von 1,34 Prozent. Der durchschnittliche Zinssatz blieb mit rund 1,7 Prozent konstant.
Beim ALTO-Projekt in ZĂŒrich-Oerlikon fielen zusĂ€tzliche Kosten von 24 Millionen Franken an â ein Hinweis darauf, dass auch bei Hiag gröĂere Bauprojekte nicht ohne Kostenrisiken auskommen. Das Management bezeichnete die Mehrkosten als notwendig, um das Projekt erfolgreich abzuschlieĂen.
FĂŒr das Gesamtjahr 2026 bestĂ€tigt das Management die im MĂ€rz kommunizierten Ziele und hebt die Prognose bei Leerstand und EntwicklungsverkĂ€ufen leicht an. Erwartet werden ein leichter Anstieg des Mietertrags, eine Leerstandsquote von rund 3 Prozent sowie Verkaufserlöse aus den Eigentumswohnungen in Cham von mindestens 154 Millionen Franken.
Ab 2027 soll der Mietertrag durch mehrere abgeschlossene Entwicklungsprojekte spĂŒrbar steigen. Am 21. September lĂ€dt das Unternehmen zu einem Kapitalmarkttag mit Besichtigungen der Standorte Rosslyn, Luckenwalde und Zehlendorf ein.
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