Hitachi Aktie: 528 Millionen für Werk in Mississippi
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einer Großinvestition baut der japanische Industriekonzern Hitachi seine Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten aus. Über die Tochtergesellschaft Hitachi Energy fließen 528 Millionen US-Dollar in den Neubau eines Transformatorenwerks in Gallman im US-Bundesstaat Mississippi.
Die Ankündigung markiert die bisher größte US-Einzelinvestition der Energiesparte und reagiert direkt auf den rasant wachsenden Strombedarf nordamerikanischer Netze. An den Märkten sorgte der Ausbau für Rückenwind: Die Aktie legte heute um 4,8 Prozent auf 30,75 Euro zu.
Ausbau für Rechenzentren und Industrie
Der geplante Produktionsstandort entsteht auf einem 45 Acre großen Areal im Copiah County Industrial Park. Nach Angaben des Unternehmens soll der Bau Ende 2026 beginnen, während der reguläre Produktionsstart für das Jahr 2029 vorgesehen ist.
Das Vorhaben verdoppelt die Transformatorenkapazitäten des Unternehmens in der Region und übertrifft die Fläche des bestehenden Werks im benachbarten Crystal Springs um mehr als das Doppelte. Der Altstandort soll bis zur Inbetriebnahme des Neubaus weiterbetrieben und anschließend für Lagerung sowie Schulungen genutzt werden.
Das neue Werk zielt primär auf die Fertigung von Mittelklasse-Transformatoren ab. Diese Aggregate sind unverzichtbar für die Netzanbindung energieintensiver Rechenzentren, Halbleiterfabriken sowie für allgemeine Industrieanwendungen. Laut Nikkei reagiert das Unternehmen damit auf den Engpass bei US-Netzkomponenten, wo sich die Lieferzeiten für große Transformatoren in den vergangenen Jahren spürbar verlängert haben.
Abschluss eines Milliardenprogramms
Das Projekt in Mississippi bildet den Abschluss eines umfassenderen US-Investitionsprogramms von Hitachi Energy über insgesamt rund 1,5 Milliarden US-Dollar, das auch Standorte in Pennsylvania, Virginia und Tennessee umfasst.
Über alle Teilprojekte hinweg sollen in den USA mehr als 1.600 Arbeitsplätze entstehen, davon allein über 650 am neuen Standort in Gallman. Seit dem Jahr 2020 hat der Hitachi-Gesamtkonzern damit mehr als 14 Milliarden US-Dollar im US-Markt investiert oder fest zugesagt.
Gefördert wird die aktuelle Ansiedlung unter anderem über das staatliche MFLEX-Programm. Vor dem Hintergrund der Elektrifizierung und des Ausbaus künstlicher Intelligenz rechnen Branchenbeobachter mit anhaltend hohem Ausbaubedarf für Stromnetze. Nach der jüngsten Kursentwicklung notiert das Papier von Hitachi nur noch rund 3,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 31,85 Euro.
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