Honeywell Aerospace Aktie: Erste Dividende
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 23:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deHoneywell Aerospace schüttet erstmals Geld aus. Nur vier Monate nach der Abspaltung vom Mutterkonzern kündigt der Luftfahrtzulieferer eine Quartalsdividende von 0,40 Dollar je Aktie an. Sie wird am 4. Dezember 2026 gezahlt, Stichtag ist der 13. November. Zugleich hebt das Unternehmen Teile seiner Jahresprognose an.
Solide Zahlen, bremsende Lieferkette
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 2 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar, organisch ebenfalls um 2 Prozent. Das bereinigte EBIT legte um 1 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar zu.
Darin stecken Rückerstattungen von US-Zöllen von rund 50 Millionen Dollar. Belastend wirken dagegen die Kosten des Börsenlebens auf eigenen Beinen. Der Nettogewinn kletterte auf 737 Millionen Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,21 Dollar.
Die Nachfrage bleibt robust. Der Auftragsbestand wuchs um 12 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar, die Bestellungen der vergangenen zwölf Monate lagen um 9 Prozent höher, angeführt vom Verteidigungsgeschäft. Gebremst wird das Wachstum von einer kleinen Zahl mechanischer Zulieferer, deren Engpässe die Produktion limitieren. Im Ersatzteilgeschäft mit Verkehrsflugzeugen blieb das Plus deshalb bei 2 Prozent.
Die Segmente entwickelten sich unterschiedlich. Electronic Solutions steigerte das Segment-EBIT um 11 Prozent. Engines and Power Systems verzeichnete dagegen ein Minus von 16 Prozent, weil ungünstiger Produktmix und höhere Kosten den Preiseffekt überwogen.
Prognose angehoben, Milliarden für Arizona
Das Management erhöht die Spanne für den bereinigten Gewinn je Aktie 2026 auf 7,85 bis 8,00 Dollar, zuvor waren es 7,60 bis 7,90 Dollar. Auch beim freien Cashflow der zweiten Jahreshälfte geht es nach oben: 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar statt 1,0 bis 1,5 Milliarden. Die EBIT-Spanne wird auf 4,375 bis 4,425 Milliarden Dollar verengt, das organische Umsatzziel von 4 bis 5 Prozent bleibt.
Die Dividende begründet CEO Jim Currier mit der Sichtbarkeit künftiger Cashflows. Ein Blick in die Bilanz zeigt, warum der Spielraum dennoch begrenzt sein dürfte: Die Langfristschulden belaufen sich seit der Abspaltung auf 15,9 Milliarden Dollar, das Eigenkapital ist rechnerisch negativ. Das Unternehmen betont, einen soliden Investment-Grade-Status wahren zu wollen.
Parallel dazu investiert Honeywell Aerospace 500 Millionen Dollar in ein neues Werk im Tempe-Campus in Arizona. Die 300.000 Quadratfuß große Anlage soll Ende 2028 eröffnen und rund 600 Arbeitsplätze schaffen. Sie soll vor allem die knappen Zerspanungskapazitäten intern aufbauen und Aktuatoren sowie Kühlsysteme der nächsten Generation fertigen. Zudem soll sie Kapazität für Programme des Verteidigungsministeriums bereitstellen.
Der Fahrplan ist damit klar: Die Dividende wird am 4. Dezember überwiesen, die Lieferketten-Entspannung soll laut Management 2027 höheres Wachstum ermöglichen.
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