HP Aktie: Finanzprognose für 2027 gestrichen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine verhaltene Einschätzung für die kommenden Jahre belastet den Computerkonzern HP. Das Unternehmen aus Palo Alto stellte am Montag in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC klar, dass es vorerst keine formelle Finanzprognose für das Geschäftsjahr 2027 abgibt.
Stattdessen kalkuliert das Management in seinen vorläufigen internen Planungen damit, dass die weltweiten Auslieferungen von Personal Computern im Kalenderjahr 2027 im Vergleich zu 2026 um einen mittleren einstelligen Prozentbereich schrumpfen werden.
An der Börse sorgte dieser Ausblick für Verunsicherung. Nach anfänglichen Verlusten im US-Handel gab die Aktie auch hierzulande nach und beendete den Handel gestern bei 28,02 Euro, was einem Tagesverlust von 2,6 Prozent entspricht. Trotz dieser jüngsten Eintrübung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang noch ein Plus von 44 Prozent.
Kostendruck durch teure Speicherbausteine
Hinter der Zurückhaltung stehen tiefgreifende Verschiebungen in der Lieferkette. Durch den enormen Bedarf von KI-Rechenzentren verteuern sich Speicherchips drastisch. NAND- und DRAM-Komponenten beanspruchen inzwischen rund 35 Prozent der Fertigungskosten eines Rechners, nachdem dieser Anteil früher bei etwa 15 bis 18 Prozent gelegen hatte. Zugleich läuft die jüngste Austauschwelle älterer Computersysteme langsam aus.
Dieser Kostensprung engt den Spielraum für HP spürbar ein. Zwar steigerte der Konzern im dritten Geschäftsquartal den Umsatz im Segment Personal Systems im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 11,8 Milliarden US-Dollar.
Die ausgelieferten Stückzahlen gingen im selben Zeitraum jedoch um 16 Prozent zurück. Finanzchefin Karen Parkhill wies darauf hin, dass der Puffer aus zuvor günstiger eingekauften Lagerbeständen weitgehend aufgebraucht sei und weiter steigende Beschaffungskosten verarbeitet werden müssen.
Skepsis an der Wall Street
Die Kombination aus schrumpfenden Marktvolumina und teureren Bauteilen stößt bei Marktbeobachtern auf Bedenken. Die Analysten von Morgan Stanley beließen die Einstufung für HP auf „Underweight“. Analyst Woodring warnte, dass die Auslieferungsmengen im Geschäftsjahr 2027 sogar um mehr als zehn Prozent nachgeben könnten.
Während Konkurrenten mit einem höheren Anteil an Servern und Rechenzentrumstechnik die Teuerung bei Speicherchips besser kompensieren, bleibt das traditionelle Hardwaregeschäft von HP anfällig.
Verbindliche Ziele für das übernächste Geschäftsjahr will der Konzern erst nach Abschluss des laufenden Geschäftsjahres zum 31. Oktober präsentieren, sobald sich die Marktentwicklung des zweiten Halbjahres klarer abzeichnet. Bis dahin dürften die gedämpften Branchenaussichten die Kursfantasie begrenzen.
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