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IBM Aktie: 680 Blockchain-Patente an Circle

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 12:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IBM veräußert sein Blockchain-Patentportfolio an Circle. Die Aktie erholt sich langsam vom Juli-Kurssturz, während der Konzern auf Software und KI setzt.

IBM verkauft Blockchain-Patente an Circle und fokussiert sich neu
Abstrakte Darstellung von Blockchain-Technologie und digitaler Infrastruktur in einem modernen Serverraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

IBM trennt sich von einem Milliarden-Portfolio. Der Technologiekonzern hat sein komplettes Blockchain-Patentpaket an Circle Internet Group verkauft. Der Deal wirft ein Schlaglicht auf einen strategischen Rückzug, während sich die Aktie parallel von ihrem historischen Kurssturz im Juli erholt.

Circle wird zum Patent-König

Circle übernimmt mehr als 680 Patentfamilien und knapp 1.000 erteilte Patente von IBM. Die Bandbreite reicht von grundlegender Blockchain-Technologie über Banking und Versicherungswesen bis zu Lieferketten-Verifikation und sicherer Cloud-Infrastruktur. Mit dem Kauf steigt Circle zum größten Halter von Blockchain-Patenten in den USA auf.

Finanzielle Details nennen beide Unternehmen nicht. Sie kündigten aber an, künftig gemeinsam nach weiteren Geschäftsmöglichkeiten zu suchen.

Die Reaktionen fielen gemischt aus. Krypto-Analyst Scott Melker kommentierte, IBM habe jahrelang in Enterprise-Blockchain investiert und ziehe sich nun komplett zurück. Circle übernehme die gesamte IP-Position zu einem aus seiner Sicht günstigen Preis. Für Melker geht es Circle vor allem darum, sich gegen wachsende Konkurrenz bei Stablecoins abzusichern. Am Tag der Ankündigung legte die Circle-Aktie im vorbörslichen Handel um 2,8 Prozent zu, IBM gewann 1,6 Prozent.

Erholung nach historischem Absturz

Der Patentverkauf fällt in eine Phase, in der IBM das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen will. Die Aktie steht aktuell bei 198,00 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen 9,04 Prozent zugelegt. Diese Erholung folgt auf einen historischen Kurssturz Ende Juli, ausgelöst durch eine vorläufige Gewinnwarnung.

Der Gesamtschaden ist noch nicht ausgeglichen. Auf Monatssicht liegt das Papier weiterhin 19,56 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn beträgt der Verlust 23,82 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 175,14 Euro, erreicht am 23. Juli, hat sich der Kurs immerhin um 13,05 Prozent nach oben bewegt.

Technisch bleibt die Lage angespannt. Der RSI-Wert von 42,1 signalisiert neutral bis bärisches Terrain, trotz der jüngsten Erholungsbewegung.

Software wächst, Mainframe schrumpft

Der Patentdeal kommt kurz nach den Quartalszahlen. IBM rechnet für das Gesamtjahr mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent. Der freie Cashflow soll um etwa eine Milliarde Dollar gegenüber dem Vorjahr steigen.

Das margenstarke Softwaregeschäft brachte im zweiten Quartal 7,76 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 5 Prozent. Die Infrastruktursparte lief in die andere Richtung: Der Umsatz fiel um 7 Prozent, beim Z-Mainframe-Geschäft brach er sogar um 42 Prozent ein.

Der Vorstand hält an der Dividendenpolitik fest. Aktionäre erhalten eine Quartalsdividende von 1,69 Dollar pro Aktie, zahlbar an Anteilseigner, die am 10. August 2026 im Aktienregister stehen. Mit der Septemberzahlung schüttet IBM seit 1916 ununterbrochen jedes Jahr eine Dividende aus.

Cybersecurity als zweites Standbein

Abseits von Blockchain und Mainframe baut IBM sein Sicherheitsgeschäft aus. Eine neue native Integration bindet die Threat-Intelligence-Daten von Resecurity in die QRadar-Plattform ein. Kunden können damit Sicherheitsereignisse aus mehreren Quellen zentral überwachen und auswerten.

Die Erweiterung passt zum Trend: Unternehmen suchen angesichts wachsender KI-gestützter Angriffe nach automatisierten Abwehrlösungen. IBM positioniert QRadar dabei zunehmend als Sammelpunkt für KI-taugliche Sicherheitsdaten.

Mit dem Verkauf der Blockchain-Patente zieht sich IBM aus einem Geschäftsfeld zurück, in das der Konzern jahrelang investiert hatte. Der Fokus verschiebt sich klar auf Software, Hybrid-Cloud und KI. Ob sich daraus eine breitere strategische Neuausrichtung ergibt, dürfte sich an der Entwicklung von Software- und Consulting-Geschäft in den kommenden Quartalen zeigen — während das schwächelnde Mainframe-Geschäft weiter unter Beobachtung steht.

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