Intapp Aktie: Umsatzlücke belastet
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deStarker Gewinn, schwache Erlöse: Intapp hat im ersten Geschäftsquartal 2027 die Erwartungen beim Ergebnis übertroffen, beim Umsatz aber verfehlt. Die Aktie schloss gestern Abend im regulären Handel 8,91 Prozent tiefer bei 42,95 Dollar. Nachbörslich ging es nochmals deutlich nach unten, zeitweise bis auf rund 36 Dollar.
Ergebnis top, Umsatz darunter
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,44 Dollar, erwartet waren 0,40 Dollar. Der Gesamtumsatz erreichte 161,3 Millionen Dollar, ein Plus von 16 Prozent. Das lag unter den Markterwartungen. Als Grund nennt das Unternehmen den Wechsel von klassischen Lizenzverträgen zu Cloud-Abos.
Die Lizenzerlöse sanken um 21 Prozent auf 23 Millionen Dollar, weil Kunden ihre Vor-Ort-Verträge verkürzen und auf die Cloud umsteigen wollen. Das Abo-Geschäft wuchs dagegen um 29 Prozent auf 125,5 Millionen Dollar und damit schneller als im Vorquartal mit 27 Prozent.
Die Profitabilität verbesserte sich spürbar. Die bereinigte operative Marge stieg auf 22 Prozent, nach 15 Prozent im Vorjahr. Der freie Cashflow verdoppelte sich auf 28,1 Millionen Dollar.
Celeste-Nachfrage läuft dem Angebot davon
Im Zentrum steht die KI-Plattform Celeste, die seit Juli allgemein verfügbar ist. Die Pipeline wuchs nach Unternehmensangaben im Quartalsvergleich auf das 2,5-Fache. Firmen-KI machte mehr als 40 Prozent der Neubuchungen aus, zuvor waren es gut 20 Prozent.
Allerdings bremst die Umsetzung. Die Nachfrage übersteige die Kapazität für Pilotprojekte und Einführung, räumte das Management ein. Intapp stockt deshalb Einsatzingenieure auf und erwartet Besserung im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres.
Die Cloud-ARR stieg um 28 Prozent auf 515,3 Millionen Dollar, 85 Prozent der gesamten wiederkehrenden Erlöse stammen inzwischen aus der Cloud. Die Netto-Umsatzbindung liegt bei 123 Prozent.
Prognose sorgt für Skepsis
Für das zweite Quartal peilt Intapp einen Gesamtumsatz von 158,8 bis 159,8 Millionen Dollar an. Das wäre weniger als im Auftaktquartal. Die Finanzführung begründet das mit der Lizenz-Cloud-Umstellung, nicht mit schwächerer Nachfrage. Die Abo-Erlöse sollen auf 129,1 bis 130,1 Millionen Dollar steigen.
Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen 658,2 bis 662,2 Millionen Dollar Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,64 bis 1,68 Dollar in Aussicht. Das Papier notiert damit nach dem Rückschlag nachbörslich deutlich unter dem Jahreshoch von 48,19 Dollar. Ob die Pipeline die Lücke bei den Lizenzerlösen schließt, dürfte sich ab dem Dezemberquartal zeigen, dem für Intapp traditionell größten Verlängerungsquartal.
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