Intel, Aktie

Intel Aktie: 2,09 Milliarden Dollar Foundry-Verlust

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Intel überrascht mit starken Q2-Zahlen, doch die Aktie verliert. Hohe Foundry-Verluste und Milliardeninvestitionen trüben die Bilanz des Chipkonzerns.

Intel übertrifft Erwartungen, Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Intel hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen deutlich übertroffen – und trotzdem fiel die Aktie im US-Handel zurück. Der Chipkonzern meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 16,13 Milliarden US-Dollar, fast zwölf Prozent mehr als von Analysten erwartet. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,42 US-Dollar und damit doppelt so hoch wie prognostiziert. Dennoch schloss das Papier am 31. Juli bei 90,20 US-Dollar, ein Minus von 2,3 Prozent seit dem 24. Juli. Anleger reagierten offenbar skeptisch auf die Details hinter der Überraschung.

Starkes Wachstum, aber die Foundry-Sparte bremst

Nach Segmenten aufgeschlüsselt zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Client-Geschäft legte um 13 Prozent auf 8,88 Milliarden US-Dollar zu, die Sparte Data Center and AI (DCAI) wuchs sogar um 59 Prozent auf 6,26 Milliarden US-Dollar. Die Foundry-Sparte steigerte den Umsatz zwar um 31 Prozent auf 5,77 Milliarden US-Dollar, verbuchte dabei aber einen operativen Verlust von 2,09 Milliarden US-Dollar bei einer Marge von minus 36 Prozent. Von diesem Segmentumsatz stammten lediglich 293 Millionen US-Dollar, gut fünf Prozent, von externen Kunden – ein Wert, der zeigt, wie früh Intels Auftragsfertigung für Dritte noch steht. CEO Lip-Bu Tan sprach dennoch vom stärksten Umsatzwachstum seit 15 Jahren und verwies auf ein Servergeschäft, das schneller wachse als je zuvor.

Für das dritte Quartal stellt Intel einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 0,38 US-Dollar in Aussicht – beides über dem bisherigen Analystenkonsens. Die operative Marge verbesserte sich im zweiten Quartal auf 11,1 Prozent, nach minus 24,7 Prozent im Vorjahresquartal. Auch der Lagerbestand sank von 137 auf 118 Tage, ein Signal für effizientere Produktionsplanung. Gleichzeitig erhöhte Intel seine Investitionsplanung für das laufende Jahr auf 20 Milliarden US-Dollar, während die liquiden Mittel durch die Übernahme des irischen Joint Ventures um 14,2 Milliarden US-Dollar auf 29,73 Milliarden US-Dollar sanken. Die Verschuldung stieg parallel um 8,5 Prozent auf 50,54 Milliarden US-Dollar.

Google-Gerüchte und Nvidia-Spekulation treiben den Kurs

Bereits am Vortag der Zahlenvorlage hatte ein anderes Thema für Bewegung gesorgt: Berichten zufolge soll Google bei Intel Foundry mehr als drei Millionen KI-Chips (TPUs) für 2028 bestellt haben. Zudem soll Nvidia die 18A-Fertigungstechnologie von Intel für einen möglichen Mehrchip-Prozessor testen, der für die Feynman-Plattform 2028 vorgesehen wäre. Tesla wiederum soll Intels 14A-Prozess für seine sogenannte Terafab nutzen wollen. Die Aktie legte daraufhin an einem Handelstag um zweistellige Prozentsätze zu, während Konkurrent TSMC unter Druck geriet. Intel selbst äußerte sich zu den Berichten nicht.

Parallel dazu treibt Intel seine Fertigungspläne in Ohio voran. Um die 14A-Produktion bis 2031 an den Start zu bringen, zahlt der Konzern Überstundenzuschläge an die Belegschaft. Die Ausbeute der EMIB-T-Verpackungstechnologie nähert sich bereits 90 Prozent, während die Substrat-Ausbeute erst bei rund 50 Prozent liegt. Intel bewirbt EMIB-T als rund 50 Prozent günstiger als das konkurrierende CoWoS-Verfahren von TSMC, die Massenproduktion soll ab 2027 anlaufen.

Bilanzreparatur unter neuer Führung

Lip-Bu Tan, seit gut 16 Monaten CEO, verfolgt nach eigener Darstellung eine sogenannte Bottleneck-Strategie: Er konzentriert das Unternehmen auf technologische Engpässe wie Interconnect-Lösungen, optische Signalübertragung und Spannungswandlung, wobei sämtliche Engineering-Teams direkt an ihn berichten. Zur Stabilisierung der Bilanz zählt neben der Beteiligung der US-Regierung auch das Investment von Nvidia, das im September 2025 fünf Milliarden US-Dollar in Intel steckte – ein Anteil, der nach aktuellem Kurswert inzwischen auf rund 25 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Auch SoftBank ist als Investor eingestiegen.

An der Börse zeigt sich diese Gemengelage in erhöhter Nervosität. Zum Wochenschluss notierte die Intel-Aktie bei 78,42 Euro, ein Rückgang von 0,78 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht steht ein Minus von fast 30 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 124,58 Euro aus Ende Juni fehlen inzwischen rund 37 Prozent. Die Kursschwankungen der vergangenen Wochen spiegeln damit ein Muster, das sich seit den Quartalszahlen fortsetzt: Anleger goutieren die operativen Fortschritte bei Foundry und KI-Geschäft, bleiben angesichts der weiterhin hohen Verluste im Auftragsfertigungsgeschäft aber vorsichtig.

Anzeige

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 2. August liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | US4581401001 | INTEL | boerse | 69909735 |