Intesa Sanpaolo Aktie: Kapitalerhöhung für MPS beschlossen
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 18:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deIntesa Sanpaolo hat heute die Kapitalerhöhung zur Finanzierung ihres freiwilligen Übernahme- und Tauschangebots für MPS beschlossen. Damit setzt die Bank die Ermächtigung ihrer außerordentlichen Hauptversammlung um. Vorgesehen sind bis zu 5,7 Milliarden neue Aktien. Der indikative maximale Gegenwert beträgt rund 34,3 Milliarden Euro und ist noch nicht endgültig.
Der Beschluss schafft eine Grundlage für die Finanzierung des Angebots. Über dessen Erfolg entscheidet aber nicht allein die Bereitstellung neuer Aktien: Intesa hält an Bedingungen fest, die mit den geplanten Transaktionen von MPS verknüpft sind.
Neue Aktien als Übernahmewährung
Das Angebot sieht für jede eingereichte MPS-Aktie eine Gegenleistung von 1,6 Intesa-Aktien sowie 1,25 Euro in bar vor. Für bestehende Intesa-Aktionäre ist damit neben dem strategischen Nutzen der Übernahme auch der Umfang der möglichen Aktienausgabe relevant.
Die beschlossene Barkapitalerhöhung beruht auf der Ermächtigung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 10. September. Die Aufsichtsbehörde hat genehmigt, die auszugebenden Aktien dem harten Kernkapital von Intesa anzurechnen.
Parallel veröffentlichte die Bank den Verwaltungsratsbericht und die begleitenden Bewertungsgutachten. Dazu gehören das EY-Gutachten zur Angemessenheit des Ausgabepreises sowie die aktualisierte Bewertung von Deloitte. Die Unterlagen betreffen damit sowohl die Ausgestaltung der Kapitalmaßnahme als auch die Bewertung der einzubringenden MPS-Aktien.
Umfang hängt auch von Mediobanca ab
Nach Angaben von Intesa umfasst die Offerte maximal 3.037.594.735 MPS-Aktien, abzüglich der bereits von Intesa gehaltenen 823.448 Aktien. Der Angebotsumfang könnte um bis zu 272.012.804 Aktien steigen.
Diese Erweiterung steht unter einer konkreten Voraussetzung: Die Fusion von Mediobanca mit MPS müsste vor dem Ende der Annahmefrist wirksam werden. Der endgültige Umfang des Angebots hängt somit auch davon ab, welche Unternehmensstruktur MPS bis dahin aufweist.
Intesa-CEO Carlo Messina verteidigte die Übernahmepläne heute beim Coldiretti-Forum in Rom. Er erklärte, das Angebot schütze die Ersparnisse und sichere die Unabhängigkeit von Generali. Die kartellrechtliche Prüfung der Transaktion steht allerdings noch aus.
Angebotsbedingungen bleiben entscheidend
Der nächste wichtige Termin ist die MPS-Hauptversammlung am 29. Oktober. Dort sollen die Aktionäre unter anderem über Angebote für Banco BPM und Banca Generali sowie die Fusion mit Mediobanca abstimmen.
Intesa hat erklärt, bei Zustimmung zu bestimmten von ihr abgelehnten Transaktionen nicht auf die betreffende Angebotsbedingung zu verzichten. In diesem Fall würde die Offerte unwirksam. Die beschlossene Kapitalerhöhung ist deshalb ein Finanzierungsschritt, aber keine Zusage für einen bedingungslosen Vollzug der Übernahme. Für Anleger bleiben die Abstimmungen bei MPS und die Einhaltung der Angebotsbedingungen die entscheidenden nächsten Hürden.
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