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Invesco Solar ETF: 3,5-Prozent-Verlust bei 38,19 Euro

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 05:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höhere US-Anleiherenditen und Handelsunsicherheit belasten den ETF, während Analysten für den Solarsektor mittelfristig Chancen sehen.

Invesco Solar ETF unter Druck: Zinsen belasten den Solarsektor
Reihen von Photovoltaik-Modulen in einem Solarpark bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Der Markt für Solarenergie steht vor einer harten Bewährungsprobe. Am Donnerstag löste der massive Anstieg der US-Anleiherenditen eine Verkaufswelle im Sektor aus, die den Invesco Solar ETF erheblich belastete.

Gestern setzte sich die negative Tendenz fort: Das Papier beendete den Handel mit einem Minus von 3,5 % bei 38,19 €. Damit notiert der ausschüttende ETF bereits 18 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 46,64 €, was den anhaltenden technischen Abwärtsdruck unterstreicht.

Hohe Kreditkosten bremsen Grossprojekte

Hauptursache für die jüngste Schwäche ist die Entwicklung am Rentenmarkt. Laut Bloomberg erreichte die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen mit 5,223 % den höchsten Stand seit Juni 2007. Parallel dazu stieg die 30-jährige Rendite auf 5,501 % — ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2004 verzeichnet wurde.

Für die Solarbranche ist dies eine kritische Entwicklung, da insbesondere große Utility-Scale-Projekte einen hohen Vorabkapitalbedarf haben und meist über Kredite finanziert werden.

Steigende Zinsen erhöhen die sogenannte Hurdle Rate für Neuanlagen, was geplante Installationen verzögern oder deren Rentabilität gefährden kann. In diesem Marktumfeld gerieten vor allem die Schwergewichte im ETF unter Druck.

Regulatorische Unsicherheit und Handelskonflikte

Zusätzlich zur Zinspromblematik sorgt die US-Handelspolitik für Unruhe. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit den neuen US-Importbeschränkungen unter Section 232 des Trade Expansion Act, führt jedoch Patentklagen vor Bundesgerichten fort.

Das US-Handelsministerium (DOC) und die Zollbehörde CBP haben zudem Maßnahmen gegen die Hortung von Polysilizium angekündigt. Diese Regeln sollen verhindern, dass Unternehmen billige Importmaterialien lagern, bevor am 4. Dezember neue Tarife in Kraft treten.

Analyst Philip Shen von Roth Capital wies darauf hin, dass eine strenge Durchsetzung dieser Regeln die Verfügbarkeit günstiger Bestände begrenzen könnte, was die Preise für US-Module stützen dürfte — ein Faktor, der heimischen Produzenten zugutekommen könnte, aber Projektentwickler vor zusätzliche Kosten stellt.

Analysten sehen Kaufgelegenheit vor Jahresende

Trotz der aktuellen Kursverluste gibt es optimistische Stimmen für die mittelfristige Entwicklung. Er bezeichnete den Zeitraum zwischen Ende September und Ende Oktober als letzte Gelegenheit, vor dem nächsten Aufwärtszyklus zu Tiefstpreisen einzusteigen.

Hana Securities erwartet einen starken Kursanstieg, sobald die Bestimmungen von Section 232 im Dezember wirksam werden. Davon könnten insbesondere Unternehmen profitieren, die über "China-freie" Lieferketten verfügen.

Zudem bleibt die Nachfrage nach Solarenergie im Rahmen der US-Energiestrategie hoch: Für das laufende Jahr entfallen laut Branchenberichten etwa 51 % aller geplanten Neukapazitäten im US-Übertragungsnetz auf Photovoltaik-Projekte. Die steigende Stromnachfrage durch KI-Rechenzentren gilt dabei als zusätzlicher, langfristiger Treiber für den Ausbau erneuerbarer Kapazitäten.

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