IQM, Quantum

IQM Quantum: Auftragsbestand über 102 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IQM meldet nach Börsengang Auftragsbestand von über 102 Mio. Euro. Der operative Verlust bleibt hoch, die Jahresprognose wird bestätigt.

IQM Quantum Computers: Auftragsbestand steigt auf über 102 Millionen Euro
Abstraktes, futuristisches Design mit leuchtenden Lichtknoten und Datenströmen, die Quantentechnologie symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

IQM Quantum Computers hat am Dienstag seine ersten Finanzzahlen als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt – und dabei einen deutlichen Anstieg des Auftragsbestands vermeldet. Zum 3. August summierte sich der Gesamtbestand an Aufträgen auf mehr als 102,1 Millionen Euro. Allein seit Ende Juni kamen neue Verträge im Volumen von 33,0 Millionen Euro hinzu.

Auftragsbestand wächst deutlich

Der finnische Anbieter von Quantencomputern ist seit dem 2. Juli über eine Fusion mit der Special-Purpose-Gesellschaft Real Asset Acquisition Corp an der Nasdaq notiert und handelt dort unter dem Kürzel IQMX. Die Transaktion brachte dem Unternehmen brutto rund 233,5 Millionen US-Dollar ein, darunter eine PIPE-Investition von 145,5 Millionen US-Dollar. Der jetzt vermeldete Sprung im Auftragsbestand liefert den ersten belastbaren Nachweis dafür, dass sich das frische Kapital in wachsender Nachfrage niederschlägt.

Verlust bleibt hoch, Guidance bestätigt

Für das erste Halbjahr, das am 30. Juni endete, wies IQM Gesamterlöse von 8,9 Millionen Euro aus. Dem stand ein operativer Verlust von 60,5 Millionen Euro gegenüber – eine Größenordnung, die für ein Unternehmen in dieser Wachstumsphase der Quantentechnologie nicht ungewöhnlich ist, angesichts hoher Forschungs- und Infrastrukturkosten aber dennoch ins Auge fällt. Das Management bekräftigte gleichzeitig seine Prognose für das Gesamtjahr 2026: Der Umsatz soll zwischen 42 und 47 Millionen Euro liegen, der Auftragseingang zwischen 65 und 75 Millionen Euro. Gemessen am bereits erreichten Bestand von über 102 Millionen Euro erscheint das obere Ende dieser Bandbreite erreichbar, sofern sich das Tempo der vergangenen Wochen fortsetzt.

Zu den jüngsten Wachstumstreibern zählt eine Vereinbarung mit dem finnischen IT-Zentrum für Wissenschaft, CSC. Der Deal sieht die Integration eines Quantencomputers namens LUMI-IQ in die LUMI AI Factory in Finnland vor, die Installation ist für 2027 geplant. Damit erweitert IQM sein Fußabdruck im europäischen Hochleistungsrechnen um eine Quantenkomponente.

Partnerschaften und Übernahme flankieren das Wachstum

Neben dem LUMI-Deal hat IQM in den vergangenen Wochen mehrere strategische Bausteine gesetzt. Anfang Juli übernahm das Unternehmen ausgewählte Vermögenswerte sowie das Kernentwicklungsteam der Berliner Quantistry GmbH, um deren cloud-native Simulationsplattform in das eigene Full-Stack-Angebot zu integrieren. Im Juni hatte Hewlett Packard Enterprise IQM bereits als Kooperationspartner für eine neue hybride Plattform aus klassischem und Quantencomputing benannt, die IQMs supraleitende Prozessoren mit HPE-Cray-Supercomputing-Infrastruktur verknüpft. Ebenfalls im Juni veröffentlichten IQM und die Deutsche Bahn Ergebnisse einer Forschungskooperation zur hybriden Fahrplanoptimierung auf Basis realer Betriebsdaten. In den USA lieferte IQM zudem den ersten firmeneigenen Quantencomputer an das Oak Ridge National Laboratory des Department of Energy in Tennessee aus.

Auf der Kapitalseite bleibt das Unternehmen aktiv: Kreos Capital VII Aggregator SCSp übte Mitte Juli Warrants aus einer Vereinbarung von Dezember 2025 aus und erhielt dafür 577.237 neue IQM-Aktien, womit sich die Gesamtzahl der Aktien und Stimmrechte auf 263.039.597 erhöhte. Ende Juli meldete das Unternehmen zudem die Zeichnung von Aktien im Rahmen seines ersten Mitarbeiteraktienprogramms.

Kursreaktion und Analystenstimme

An der Börse zeigt sich die Aktie nach den Zahlen zunächst uneinheitlich. Am heutigen Donnerstag notiert das Papier bei 8,07 Euro und legt um 2,06 Prozent zu, nachdem es in den vorangegangenen sieben Handelstagen um 12,33 Prozent nachgegeben hatte. Der jüngste Analystenkommentar stammt von Rothschild & Co: Analyst Mike Harrison hatte die Coverage für IQM Quantum Computers Ende Juli mit einem neutralen Votum und einem Kursziel von 12,88 US-Dollar aufgenommen. Er verwies auf das hohe Auftragsvolumen, mahnte aber an, dass ein deutlicheres Aufwärtspotenzial an einen breiteren Durchbruch der Quantenindustrie geknüpft sei – einen von ihm so bezeichneten "ChatGPT-Moment" für die Branche.

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