IQM Quantum: LUMI wÀhlt europÀischen Quantencomputer
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IQM Quantum Computers hat heute einen bedeutenden Meilenstein fĂŒr die europĂ€ische Quantentechnologie bekannt gegeben. Das Unternehmen, das nach dem Zusammenschluss mit der Real Asset Acquisition Corp unter dem KĂŒrzel IQMX an der Nasdaq gefĂŒhrt wird, wurde von der LUMI AI Factory ausgewĂ€hlt, um den ersten supraleitenden Quantencomputer Europas mit logischen Qubits zu realisieren.
Dieser Auftrag unterstreicht die wachsende kommerzielle Relevanz der Technologie, die im finnischen Kajaani am Standort der CSC (IT Center for Science) zum Einsatz kommen soll.
Ein technologischer Stufenplan fĂŒr Europa
Die Kooperation folgt einem prĂ€zisen Fahrplan, der den Ăbergang von physikalischen zu fehlerkorrigierten logischen Qubits markiert. Im Jahr 2027 ist zunĂ€chst die Inbetriebnahme des Systems IQM Halocene H4 geplant, das ĂŒber 150 physikalische Qubits verfĂŒgt. Ein Jahr spĂ€ter soll ein Upgrade fĂŒr die Echtzeit-Fehlerkorrektur erfolgen, bevor das Projekt im Jahr 2029 mit der Implementierung der Hardware IQM Halocene H5 seine Zielkonfiguration erreicht.
Ziel des Projekts ist die Bereitstellung von bis zu neun logischen Qubits. Dabei kommen fortschrittliche mathematische Kodierungsverfahren wie der Surface Code und der Color Code zum Einsatz.
Berichten der Financial Post zufolge soll die Architektur eine Kodierung bis zur Distanz 11 (Surface Code) beziehungsweise Distanz 9 (Color Code) ermöglichen. Dieser stufenweise Ansatz soll den Weg fĂŒr vollstĂ€ndig fehlertolerante Quantenrechner ebnen, die IQM bis zum Jahr 2030 anstrebt.
Finanziert wird das Vorhaben gemeinschaftlich durch das EuroHPC Joint Undertaking sowie ein internationales Konsortium, dem neben Finnland auch Tschechien, Norwegen und Polen angehören.
Kommerzielle Dynamik und KapitalmarktprÀsenz
FĂŒr das in Espoo ansĂ€ssige Unternehmen, das im Jahr 2018 gegrĂŒndet wurde, stellt dieser GroĂauftrag eine BestĂ€tigung seiner Marktposition dar. IQM beschĂ€ftigt mittlerweile mehr als 450 Mitarbeiter und hat seine technologische PrĂ€senz weltweit ausgebaut. Nach aktuellen Berichten hat das Unternehmen bereits 21 Quantensysteme an insgesamt 13 verschiedene Kunden verkauft, was die operative Skalierung der Fertigung belegt.
Anleger, die die Entwicklung seit der Fusion mit der Real Asset Acquisition Corp verfolgen, blicken nun auf die Umsetzung der ehrgeizigen Hardware-Roadmap.
Durch die Notierung an der Nasdaq hat sich das Unternehmen die notwendige finanzielle FlexibilitĂ€t gesichert, um die kapitalintensive Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Das nun gestartete LUMI-Projekt gilt als Referenz fĂŒr die technologische SouverĂ€nitĂ€t Europas im globalen Wettbewerb um die Quantenvorherrschaft.
WÀhrend viele Wettbewerber noch in rein experimentellen Phasen verharren, demonstriert IQM mit der Auslieferung konkreter Systeme an staatlich geförderte Supercomputing-Zentren die praktische Anwendbarkeit seiner Hardware.
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