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IREN Aktie: Zuckerbergs Aussage bestätigt KI-Strategie

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 13:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta-Chef bestätigt hohe Preise für Rechenleistung. IREN profitiert stark, Analysten sehen trotz Bewertungsrisiken deutliches Kurspotenzial.

IREN Aktie: Zuckerbergs Aussagen beflügeln Rechenzentrum-Betreiber
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein einziger Satz von Mark Zuckerberg reicht aus, um die Aktie eines Rechenzentrum-Betreibers anzuschieben. IREN legt am Montag zu, während CoreWeave zeitgleich um mehr als 15 Prozent nach oben schießt. Der Auslöser: Meta-Chef Zuckerberg spricht auf der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen über Rechenkapazität — und bestätigt damit ungewollt eine Strategie, die IREN seit Monaten fährt.

Zuckerbergs Aussage trifft einen Nerv

„Wir bekommen viele Angebote für Rechenleistung, weit über dem Preis, den wir dafür gezahlt haben", sagte Zuckerberg. Für IREN ist das mehr als eine Randnotiz. Während Neoclouds und Colocation-Anbieter reihenweise große Deals abschließen, hat IREN bislang nur kleinere Verträge unterzeichnet.

Das Unternehmen sitzt dadurch auf ungewöhnlich viel freier Kapazität — in einem Markt, in dem Rechenleistung gerade knapp wird. IREN hat fast sechs Gigawatt in der Pipeline und war dabei zurückhaltender als die Konkurrenz. Jeder Anbieter von KI-Rechenzentren profitiert von Zuckerbergs Kommentar. IREN profitiert davon aber besonders stark.

Die Rally hat mehrere Treiber

Der Kursanstieg bei IREN, CoreWeave und Nebius am Montagnachmittag speist sich nicht nur aus Zuckerbergs Aussage. Amazon erreichte am selben Tag erstmals eine Marktkapitalisierung von drei Billionen Dollar. Analysten verweisen dabei auf das Wachstum der Cloud-Sparte AWS, die im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar zulegte.

Hinzu kommt eine ältere, aber weiterhin wirksame Einschätzung von Evercore-Analyst Amit Daryanani. Er rechnet damit, dass CoreWeave, SpaceX-Tochter SpaceXAI und IREN den Großteil der von Dell für das Geschäftsjahr 2027 erwarteten 60 Milliarden Dollar an KI-Server-Umsatz auf sich vereinen.

Kapitalpolster und Ausbautempo

IREN wächst schnell — das zeigt der Blick auf die Bilanz. Das Unternehmen verfügt über 7,6 Milliarden Dollar an Barmitteln. Hohe Vorauszahlungen von Kunden machen IREN künftig weniger abhängig von Fremdkapital.

Der Kapazitätsausbau liefert die Zahlen dazu. Vor einem Jahr betrieb IREN gerade drei Megawatt Rechenkapazität. Bis Ende 2026 sollen es 480 Megawatt sein, 2027 dann 1,2 Gigawatt. Analysten sehen den strukturellen Vorteil des Unternehmens darin, Infrastruktur schneller aufzubauen als die meisten Wettbewerber — Projekte, die jetzt starten, dürften vor Ende des Jahrzehnts kaum vollständig ans Netz gehen.

Bewertung bleibt ein Streitpunkt

Trotz der positiven Stimmung warnen einige Analysten vor einer überzogenen Bewertung. IREN handelt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 83, deutlich über dem Software-Branchenschnitt von 29 und auch über dem Durchschnitt vergleichbarer KI-Werte von 57. Die Aktie trägt damit einen spürbaren Bewertungsaufschlag gegenüber vielen Software- und KI-Titeln.

Trotzdem bewerten Analysten alle drei Neocloud-Aktien mit einem moderaten Kaufrating. Bei IREN sehen die Kursziele im Schnitt ein Potenzial von rund 89 Prozent.

Aktuell notiert die Aktie bei 34,80 Euro, nach einem Plus von knapp 17 Prozent innerhalb einer Woche. Zum Rekordhoch von 68,61 Euro vom 3. November 2025 fehlen der Aktie damit weiterhin fast 50 Prozent. Ob IREN seine wachsende Gigawatt-Pipeline in feste Verträge zu den von Meta selbst bestätigten Premium-Preisen umwandeln kann, entscheidet in den kommenden Quartalen darüber, ob sich die Lücke zum Rekordhoch schließt.

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