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iShares Global Clean Energy ETF: First Solar -3,6%, Enphase -4,5%

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 02:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz stabiler ETF-Kurse: Solarwerte leiden unter Klagen und Zöllen, während Bloom Energy dank Rechenzentrums-Deal zweistellig zulegt.

Clean-Energy-ETF: Zwischen Solar-Klagewellen und Bloom-Energie-Rally
Moderne Solarpaneele in einem Solarpark bei Sonnenuntergang Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der iShares Global Clean Energy ETF schloss am Montag bei 18,20 US-Dollar, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen bewegte sich der Fonds gar nicht von der Stelle, über 30 Tage steht ein mageres Plus von 0,3 Prozent zu Buche. Diese Stagnation überrascht, denn unter der Oberfläche brodelt es in mehreren Schlüsselwerten des Portfolios erheblich.

Solarwerte zwischen Zollschutz und Klagewelle

First Solar, einer der bekanntesten Namen im Clean-Energy-Segment, geriet am Montag unter Druck: Die Aktie fiel um 3,6 Prozent auf 217,36 US-Dollar, begleitet von ungewöhnlich hoher Put-Optionsaktivität mit rund 41.672 gehandelten Kontrakten, deutlich über dem Durchschnitt.

Hintergrund ist eine Sammelklage der Kanzlei Faruqi & Faruqi, die dem Unternehmen irreführende Aussagen zu Zöllen und Produktionsauslastung vorwirft – nachdem bereits im Juni eine Klage von Pomerantz eingereicht worden war.

Gleichzeitig meldete First Solar im zweiten Quartal einen Gewinn je Aktie von 3,92 Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von 2,90 Dollar, bei einem Umsatzrückgang von 3,4 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand von 45,1 Gigawatt bis 2030 stützt die langfristige Perspektive, Analysten bestätigen eine "Moderate Buy"-Einschätzung mit einem Kursziel von rund 261,75 US-Dollar.

Parallel dazu verschärft die US-Regierung den Protektionismus in der Solar-Lieferkette: Neue Section-232-Mindestimportpreise für Polysilizium, Ingots, Wafer, Zellen und Module treten zusammen mit einem 15-Prozent-Zoll in Kraft. Da mehr als 90 Prozent der in den USA verbauten Solarzellen importiert werden, drohen laut Marktbeobachtern steigende Modulpreise und mögliche Projektstornierungen zwischen 2027 und 2030.

Enphase fällt, Bloom Energy als Gegenpol

Auch Enphase Energy, ein weiterer Bestandteil vieler Clean-Energy-Portfolios, verlor am Montag 4,5 Prozent und schloss bei 38,65 US-Dollar – deutlich unter dem von Analysten ermittelten fairen Wert von 54,12 US-Dollar. Netto verkauften Insider in den vergangenen zwölf Monaten Aktien im Wert von 9,7 Millionen US-Dollar.

Ein Kontrastpunkt liefert Bloom Energy: Der Brennstoffzellenhersteller sprang zuletzt zweistellig, nachdem der Cloud-Anbieter Nebius für ein 300-Megawatt-Rechenzentrum in New Jersey von Gasturbinen auf Bloom-Technologie umschwenkte.

Ausschlaggebend war ein genehmigungsrechtlicher Vorteil: Brennstoffzellen gelten als "Minor Source" unter dem Clean Air Act und beschleunigen damit das Genehmigungsverfahren. Bloom hatte im zweiten Quartal erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar überschritten, mit einem Plus von 166 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gegenwind aus der Politik

Belastend wirkt zudem die Förderpolitik in den USA: Die Trump-Administration zahlt Offshore-Windentwicklern Milliardensummen dafür, Projekte einzustellen – allein Anfang August flossen 1,22 Milliarden Dollar in eine solche Vereinbarung.

Auch das US-Energieministerium strich drei geplante Stromkorridore, die für die Netzintegration erneuerbarer Energien vorgesehen waren. In Deutschland droht dem Windsektor unterdessen juristischer Ärger: Der Windenergieverband BWE kündigte rechtliche Schritte gegen geplante Netzreformen der Energieministerin an, die er als verfassungswidrig einstuft.

Für Anleger im iShares Global Clean Energy ETF ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Während einzelne Wachstumsgeschichten wie Bloom Energy von der Rechenzentrums-Nachfrage profitieren, belasten regulatorische Rückschläge und Klagewellen bei Solarwerten die Gesamtbilanz. Die technische Kennzahl RSI von 46,2 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Marktlage – ein Spiegelbild der widersprüchlichen Nachrichtenlage im Sektor.

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